Letzten Umfragen zufolge dürfte es das Medienpaket an der Urne schwer haben. Dies bereitet vor allem den Berg- und Landregionen grosse Sorge, wie es in einer Mitteilung heisst. In einem «dringenden Appell» wenden sich die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete, Pro grigioni italiano, Lia Rumantscha, Die Mitte Schweiz sowie lokale Persönlichkeiten, Journalistinnen und Journalisten, Verlegerinnen und Verlger und Politikerinnen und Politiker nun an die Schweizer Stimmbevölkerung. Gemeinsam würden sie in Erinnerung rufen, was bei der Abstimmung über das Medienpaket für die Berg- und Landregionen auf dem Spiel stehe und würden die Stimmbevölkerung deshalb bitten, ein Ja zum Medienpaket in die Urne zu legen.
Die Schweiz lebe von ihrer regionalen Vielfalt, vom ausgeprägten Föderalismus und von der direkten Demokratie. Um dies zu erhalten und zu stärken, würden insbesondere die Berg- und Landregionen regionale Medien mit Redaktionen vor Ort brauchen. Wer berichtet über lokale Abstimmungen, das Vereinsleben und regionale Traditionen, wenn nicht lokal verankerte Redaktionen?
«Regionale Zeitungen bieten Service Public»
Simone Bianchi, Redaktionsleiter der Rivista di Lugano, sagt gemäss Mitteilung: «Die Medien bei uns sind besonders aufmerksam auf Nachrichten, Initiativen, Ereignisse und Geschehnisse, die uns unmittelbar betreffen. Unsere Journalistinnen und Journalisten kennen unsere Geschichte, Kultur, Werte, Träume und Ambitionen.» Otto Aeschbacher, Verleger Urner Wochenblatt: «Den wahren Service Public bieten regionale Zeitungen, wie das Urner Wochenblatt, mit Sport- und Vereinsberichten, Nachrufen, Vorschauen auf Konzerte und Theateraufführungen, mit den Nachrichten aus den Gemeindebehörden sowie aus der lokalen Politik und Wirtschaft.»
Eine gute, lokale Versorgung mit Informationen sei essenziell für unsere direkte Demokratie. «Die Regionalmedien, wie La Liberté, La Gruyère, La Broye und Le Messager, sind der Pulsschlag und das Spiegelbild des politischen, kulturellen, gesellschaftlichen und sportlichen Lebens in unserer Region. Im Kanton, aber auch in den Gemeinden», lässt sich Serge Gumy, Direktor St-Paul Médias in der Mitteilung zitieren.
Mediensituation in ländlichen Regionen sei «prekär»
Leider würde sich die lokale Berichterstattung bis ins hinterste Tal der Schweiz wirtschaftlich kaum rechnen. Die Situation der Medien in den ländlichen Regionen sei «prekär», wie es weiter heisst. Immer mehr Titel würden zusammengelegt oder ganz von der Bildfläche verschwinden. Deshalb sei das Medienpaket für die regionale und lokale Medienvielfalt notwendig und wichtig. Es stelle sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger weiterhin lokale News aus den Regionen erhalten würden – auch im Engadin, im Oberwallis, im Berner Oberland, im Sensebezirk, in les Franches-Montagnes und in Mendrisiotto.
Weitere lokale Stimmen, die sich für eine Annahme des Medienpakets stark machen sind: Marco Solari, Präsident Locarno Film Festival; Thierry Jobin, künstlerischer Leiter der internationalen Filmfestspiele Fribourg; Erich Herger, Präsident Tell-Museum Bürglen; Maurus Tomaschett, Grossrat Die Mitte, Brigels.
Hinter diesem Appell stehen gemäss Mitteilung auch folgende Politikerinnen und Politiker und Organisationen: Alois Gmür, Nationalrat Die Mitte, Schwyz – Anna Giacometti, Nationalrätin FDP, Graubünden – Christine Bulliard-Marbach, Nationalrätin Die Mitte, Fribourg – Erich Ettlin, Ständerat Die Mitte, Obwalden – Heidi Z’graggen, Ständerätin Mitte, Uri – Jolanda Brunner, Gemeindepräsidentin SVP, Spiez – Josef Dittli, Ständerat FDP, Uri – Martin Candinas, Nationalrat Die Mitte, Graubünden – Martin Landolt, Nationalrat Die Mitte, Glarus – Othmar Reichmuth, Ständerat Die Mitte, Schwyz – Philipp Matthias Bregy, Nationalrat Die Mitte, Wallis – Rocco Cattaneo, Nationalrat FDP, Tessin – Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete – Die Mitte – Lia Rumantscha – Pro Grigioni Italiano. (pd/tim)

