Die Mediengewerkschaft comedia will ob der Umbrüche in der Presselandschaft aktiver handeln, statt immer nur zu reagieren. Die Delegierten des Sektors Presse haben am Samstag von ihrer Gewerkschaft mehr politische Arbeit gefordert. In über zwanzig Fällen von Massenentlassungen habe die comedia im vergangenen Jahr Sozialplanverhandlungen führen müssen, sagte Sektorpräsident Klaus Rozsa auf Anfrage. Diese und andere "Feuerwehrübungen" würden die Kräfte der Gewerkschaft stark beanspruchen. Gleichwohl wolle man künftig mehr auch agieren.
An ihrer Delegiertenversammlung von Bern beschäftigten sich die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter hauptgewichtig mit den Veränderungen in der Schweizer Medienlandschaft. Ein Referat des Medienredaktors der Mittelland Zeitung, Kurt-Emil Merki, gab ihnen dazu den Impuls. Laut Merki braucht eine Tageszeitung eine Auflage von mehr als 200'000 Exemplaren, um langfristig überleben zu können. Dies belebe das Konzept der Mantel-Zeitungen, bei denen die überregionalen Seiten zentral produziert werden. Eine solche Zusammenarbeit dürfe indes nie auf Kosten der redaktionellen Qualität gehen.
Die Delegierten beschlossen zudem, das neue Reglement über das Berufsregister (BR) zu unterschreiben. Comedia führt das Register gemeinsam mit dem Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) und dem Schweizer Verband der Journalistinnen und Journalisten (SVJ). Es verpflichtet die Medienschaffenden neu auf die Einhaltung ethischer Standards. Die Berufsorganisationen streben zudem die offizielle Anerkennung des BR-Presseausweises durch den Bund an.

