Dieser LinkedIn-Post lässt aufhorchen. Eishockeynationalspielerin Lara Stalder, die beim EV Zug (EVZ) unter Vertrag steht, titelt darin: «Wichtige Klarstellung zu einem veröffentlichten Zeitungsartikel». Sie habe sich vor Kurzem im Rahmen eines Sportjournalismus-Kurses als Gesprächspartnerin zur Verfügung gestellt. «Es war von Anfang an klar kommuniziert – auch durch die Dozentin –, dass es sich um eine reine Übung handelt und keine Inhalte ohne vorherige Freigabe durch mich und die Medienabteilung des EVZ veröffentlicht werden dürfen.»
Dennoch sei ein Artikel publiziert worden – «ohne mein Wissen, ohne meine Zustimmung und mit Zitaten, die ich so nie gesagt habe», so Stadlers Vorwurf. «Der Student, der den Artikel verfasst hat, ist mit einer klaren Meinung ins Gespräch gegangen, hat mir Aussagen in den Mund gelegt und seine persönliche Haltung in den Text einfliessen lassen.» Es sei enttäuschend, dass die Chefredaktion der publizierenden Zeitung ihrer Kontrollpflicht nicht nachgekommen sei und den Artikel ohne jegliche Freigabe veröffentlicht habe.
Sportjournalismus-Kurs fand am MAZ statt
Der erwähnte Kurs fand Mitte Oktober am MAZ Luzern statt. Chief Product Officer Beat Rüdt bestätigt auf Anfrage, was Stalder im LinkedIn-Post schreibt: «Es ist tatsächlich so, dass explizit abgemacht war, dass es sich um eine Übung handelt und keine Inhalte ohne vorherige Freigabe veröffentlicht werden dürfen.»
Veröffentlicht wurde trotzdem. Nicht nur in der Zuger Zeitung erschien der Text, sondern auch in der Luzerner Zeitung, Nidwaldner Zeitung und Obwaldner Zeitung. Der Artikel befasste sich mit Lara Stalders Rolle beim EVZ – nicht nur auf dem Eis als Kapitänin der Frauenmannschaft, sondern auch hinter den Kulissen. Der Text beschrieb ihre Arbeit als Nachhaltigkeitsbeauftragte beim Club, ihre Verantwortung bei Projekten und ihren Umgang mit medialer Aufmerksamkeit. Zentral war ausserdem das Thema Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in Eishallen.
CH-Media-Volontär ist Autor der Story
«Der Text mit den Aussagen von Lara Stalder vom EVZ wurde von einem Volontär im Rahmen eines MAZ-Kurses erstellt», so Lino Bugmann, Mediensprecher CH Media, gegenüber persoenlich.com. «Die Interviews dienten gemäss den Leitlinien des Kurses ausschliesslich zu Übungszwecken. Dass der Text dennoch und ohne Autorisierung der interviewten Person veröffentlicht wurde, ist auf eine ungenügende Absprache zwischen Autor und Redaktion zurückzuführen.»
Die Veröffentlichung entspreche nicht den redaktionellen Grundsätzen der Zuger Zeitung, so Bugmann weiter. Nach Bekanntwerden des Fehlers und in Absprache mit dem EVZ sei der online publizierte Text umgehend deaktiviert worden. «Die Chefredaktorin der Zuger Zeitung hat sich beim EVZ sowie beim MAZ für den redaktionellen Fehler ausdrücklich entschuldigt.» Weiter nehme die Redaktion diesen Vorfall ernst und werde die internen Prozesse überprüfen, um sicherzustellen, dass sich ein solcher Fehler nicht wiederhole.
Im LinkedIn-Post hält Lara Stalder fest: «Ich stehe für einen transparenten, fairen und verantwortungsvollen Umgang – besonders im Journalismus.» Auf Anfrage wollte sie sich nicht weiter über den Vorfall äussern.
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09.11.2025 08:27 Uhr

