29.02.2024

Keystone-SDA

«Die Aviatik hat mich dermassen begeistert»

Nicole Meier, Chefredaktorin des deutschsprachigen Dienstes der Nachrichtenagentur, erweitert ihren Berufshorizont. Künftig arbeitet sie in einem Teilzeitpensum auch bei der Flughafenpolizei Zürich. Die 52-Jährige über die Aviatik und ihre Zukunft bei der Agentur.
Keystone-SDA: «Die Aviatik hat mich dermassen begeistert»
Fliegt leidenschaftlich gerne: Nicole Meier, Chefredaktorin des deutschsprachigen Dienstes der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, hier in einer Sonaca S201. (Bild: Nicole Meier)
von Christian Beck

Nicole Meier, Polizei statt Presse: Künftig werden Sie in einem Teilzeitpensum am Flughafen Zürich arbeiten. Was haben Sie vor?
Gemeinsam mit meinen künftigen Arbeitskolleginnen und -kollegen werde ich im Rahmen von Kontrollen sicherstellen, dass nichts Verbotenes und vor allem keine gefährlichen Güter wie Sprengstoff oder Waffen an Bord der Flugzeuge gelangen. Die Ausbildung dauert zunächst sechs Wochen.

Wenn ich also künftig in die Ferien reise, besteht die Möglichkeit, dass Sie meinen Koffer filzen?
Das ist möglich. Sie wissen bestimmt, wie Sie reibungslos zum Gate kommen: nichts Unerlaubtes einpacken und rechtzeitig am Flughafen sein. Und natürlich immer freundlich bleiben.

«Hier will ich auch beruflich unterwegs sein»

Ende August haben Sie die Prüfung zur Privatpilotenlizenz bestanden. War dies ein Auslöser, neue Berufspläne in Angriff zu nehmen?
Das ist so. Die Aviatik und das internationale Umfeld am Flughafen Zürich haben mich dermassen begeistert, dass für mich eines Tages klar war: Hier will ich auch beruflich unterwegs sein.

Gleichzeitig mit Ihrem neuen Job bei der Polizei geben Sie Ihre Funktion als Chefredaktorin bei Keystone-SDA ab. Was gab den Ausschlag für diesen Entscheid?
Dieser Entscheid ist mir nicht leicht gefallen. Aber die Funktion als Chefredaktorin lässt sich in einem kleinen Pensum neben einer zweiten Anstellung nicht seriös ausfüllen. Kommt hinzu, dass die deutschsprachige Redaktion mit sechs äusserst engagierten und kompetenten Teamleiterinnen und -leitern hervorragend aufgestellt ist.

Der zunehmende Kostendruck, den Sie in Ihrer Funktion zu spüren bekamen, trug nicht auch etwas dazu bei?
Nein.

Sie werden weiterhin in einem Teilzeitpensum für Keystone-SDA tätig sein. Warum ziehen Sie keinen definitiven Schlussstrich?
Weil mir die Zukunft der nationalen Nachrichtenagentur und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel zu wichtig sind. Und weil ich den Journalismus wegen seiner Vielfalt nach wie vor sehr faszinierend finde. Er ist seit Langem der rote Faden in meiner Laufbahn.

Werden Sie weiterhin redaktionell tätig sein – oder was ist geplant?
Ich werde ab August vorübergehend in der Inlandsredaktion arbeiten. Das ist mit dem Teamleiter so abgesprochen. Wir sind zudem im Gespräch über weitere Einsatzbereiche im Rahmen der künftigen Ausrichtung der Agentur.

«Die zwei Monate Pause werden automatisch für mehr Abstand sorgen»

Wird es nicht schwierig sein, weiterhin im Betrieb zu bleiben, aber nicht mehr das Sagen zu haben?
Das glaube ich nicht. Die zwei Monate Pause bei Keystone-SDA im Juni und im Juli werden automatisch für mehr Abstand sorgen.

Die Suche nach Ihrer Nachfolge hat begonnen. Was für ein Rüstzeug braucht es, um in Ihre Fussstapfen treten zu können?
Das Anforderungsprofil überlasse ich gern der Geschäftsleitung.

Die beiden Arbeitsorte – Zürich-Flughafen und Bern – liegen ziemlich weit voneinander entfernt. Pendeln Sie künftig mit dem Privatflugzeug?
Dafür ist das Wetter in der Schweiz nicht stabil genug. Scherz beiseite: Ich bleibe dem ÖV treu. Der Flughafen Bern-Belp ist allerdings sehr sympathisch.

Auf X (Twitter) haben Sie mal geschrieben, dass Herbst ihre viertliebste Jahreszeit sei. In welcher Jahreszeit fliegt es sich eigentlich am besten?
Jede Jahreszeit hat ihren Reiz, solange kein dicker Herbstnebel das Abheben vereitelt. Mir gefällt besonders der Winter mit den verschneiten Alpen.



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