Gleichzeitig wird die Liegenschaft an der Giacomettistrasse per 1. Juli 2027 vollständig untervermietet. Die rund 240 Mitarbeitenden der Generaldirektion sollen damit zu den etwa 270 Angestellten von SRF, Swissinfo, SWISS TXT und der Pensionskasse PKS an die Schwarztorstrasse ziehen.
Die SRG hat ihren Hauptsitz 2012 der Mobiliar-Versicherung verkauft und langfristig zurückgemietet. Der Vertrag läuft bis 2032. Die SRG nutzt nicht mehr die gesamte Liegenschaft. Für einzelne Etagen gibt es inzwischen andere Mietparteien.
Damit der Plan aufgeht, muss die SRG also Untermieter finden. «Für die restlichen fünf Stockwerke liegt eine vertrauliche Absichtserklärung eines Unternehmens vor. Darüber gibt die SRG zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft», erklärt SRG-Sprecher Nik Leuenberger auf Anfrage.
Strukturelle Kosten sparen
Die SRG reduziert damit ihre Standorte in Bern von drei auf zwei. Neben der Giacomettistrasse und der Schwarztorstrasse verfügt das Unternehmen noch über Büroräumlichkeiten im Medienzentrum Bundeshaus, die aber grundsätzlich nur von journalistisch tätigen Mitarbeitenden genutzt werden.
Ziel des Umzugs ist es, strukturelle Kosten zu sparen und die Arbeitsflächen effizienter zu nutzen. Die SRG muss bis 2029 rund 270 Millionen Franken einsparen, da die Medienabgabe schrittweise gesenkt wird.
Auch in Genf künden sich grosse Veränderung im Immobilienbereich der SRG an. Das Medienunternehmen will das markante RTS-Hochhaus verkaufen. Das Westschweizer Radio und Fernsehen soll Hauptmieter bleiben. Es sollen jedoch weitere Medien einziehen - die Zeitung Le Temps hat bereits ihren Umzug in das 17-stöckige Gebäude angekündigt.
Ein Hochhaus für Medien
Die SRG werde das Gebäude an die Hans-Wilsdorf-Stiftung verkaufen, kündigten der Genfer Staatsrat Antonio Hodgers (Grüne), Pascal Crittin, Direktor des Westschweizer Radio und Fernsehens (RTS), sowie Yves Daccord, designierter Präsident der neuen Stiftung, an. Der Kanton Genf ist als Besitzer des Grundstücks beteiligt und gewährt dem Eigentümer ein Baurecht.
Die SRG ihrerseits werde ihren Immobilienbestand optimieren, um die Einsparungen zu bewältigen, die sie aufgrund der vom Bundesrat vorgesehenen Gebührensenkung von 335 auf 300 Franken vornehmen müsse.
Das markante RTS-Hochhaus in Genf soll laut Hodgers zu einem «Ort der Konvergenz zwischen öffentlichen und privaten Medien, Forschung und Bürgerinitiativen» werden. Mehrere Medienunternehmen sollen dort günstige Arbeitsbedingungen vorfinden, allen voran die RTS.
Die Westschweizer Zeitung Le Temps kündigte am Dienstag bereits ihren Umzug in das RTS-Hochhaus an. Die Teams von Heidi.news und Geneva Solutions, die zur Gruppe von Le Temps gehören, werden ebenfalls in diese Büros einziehen, wie es in einer Mitteilung von Le Temps hiess. Eine Zweigstelle des Media Forward Fund und die Initiative Médias et Philanthropie der Universität Genf sollen auch dort ihren Platz finden. (sda/nil/spo)

