07.10.2026

RTS

Die Newsredaktion schlägt Alarm

Über 200 RTS-Mitarbeitende warnen in einem Schreiben vor Erschöpfung und Pannen seit dem Umzug nach Ecublens. Sie verlangen ein Moratorium für die Fusion der Radio- und TV-Redaktionen.
RTS: Die Newsredaktion schlägt Alarm
Der neue RTS-Produktionsstandort in Ecublens: Die Abteilung «Aktualität» klagt über Pannen und Überlastung. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

«Wir sind am Ende. Das Leiden bei der Arbeit ist in der ‹Aktualität› zum Alltag geworden.» So zitiert das Westschweizer Onlinemedium Antithèse aus einem Schreiben von Redaktionsmitgliedern, Technikerinnen und Technikern sowie externen Mitarbeitenden der Abteilung «Aktualität». Laut Antithèse haben über 200 Personen den Text unterzeichnet. Er ging an die RTS-Direktion und die SRG.

Im Aufruf, der online zur Unterschrift aufliegt, wird als Auslöser die Panne vom vergangenen Donnerstag genannt. Damals wurde der 6-Uhr-Newsflash auf La Première elf Minuten lang immer wieder von Musik und Stille unterbrochen (persoenlich.com berichtete). Das sei kein Einzelfall, sondern der Endpunkt von drei Jahren Verschlechterung.

Pannen und Burn-outs

Beklagt werden laut Antithèse Stellenabbau, nicht ersetzte Abgänge, technische Aufgaben, die neu bei den Journalistinnen und Journalisten liegen, sowie Pannen und Tonprobleme in den neuen Studios. Im Aufruf wird zudem die Planungssoftware Wimbiz namentlich kritisiert, und es ist von einem Klima der Angst die Rede. Krankschreibungen nähmen zu, manche Mitarbeitende seien im Burn-out gegangen. «Das interne Klima ist katastrophal», bestätigt Valérie Perrin vom Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) gegenüber Antithèse. Das SSM stehe aber nicht hinter der Aktion.

Gefordert werden ein Moratorium für die Fusion der Redaktionen und für neue digitale Formate, bis auch die TV-Teams in Ecublens angekommen sind, eine Bilanz der übertragenen technischen Aufgaben und klare Prioritäten. Laut Aufruf soll die Direktion bis 1. November schriftlich antworten. Sonst wollen die Unterzeichnenden eine externe Stelle für Arbeitsgesundheit einschalten.

RTS nehme die Situation «sehr ernst», sagt Sprecher Marco Ferrara gegenüber Antithèse. Technische Schwierigkeiten seien beim Start neuer Infrastrukturen üblich, nun gehe es darum, die Systeme zu stabilisieren. Zur Organisation der Redaktionen sei man mit der Journalistenvereinigung von RTS im Gespräch. Bereits Anfang Oktober hatte die RTS-Leitung eine Taskforce eingesetzt. (cbe)


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