Wer am Donnerstagmorgen um 6 Uhr den Newsflash auf Radio RTS La Première hörte, konnte sich nur wundern, was da los war. Eigentlich fing die Übertragung normal an, mit einem Beitrag über Bundesrat Albert Rösti und die Extremtrockenheit. Dann war es aber eine Weile still. Danach folgten abwechselnd wieder Nachrichten, Musik und Stille. Das ging elf Minuten lang so, bis die Moderatorin der Morgensendung übernahm und erklärte, dass das Team nach dem «bizarren Flash» das Studio habe wechseln müssen.
In den letzten Wochen kam es bei den Radiosendern der RTS regelmässig zu Pannen. Das Radio sendet seit Ende Juni nicht mehr vom historischen Standort in Lausanne, sondern vom neuen Hauptsitz in Ecublens. Die ersten Radioteams waren schon im November umgezogen.
Die Studios in Ecublens verfügen über neue Technologien, und gewisse Sendungen können im «Self»-Modus produziert werden, das heisst, die Moderation übernimmt die Aufschaltungen (persoenlich.com berichtete). Dass die Technologie noch nicht reibungslos funktioniert, zeigte sich bereits am ersten Tag nach dem vollständigen Umzug. Beim Newsflash von 22 Uhr herrschte mehr als 30 Sekunden lang komplette Stille, bis der Moderator der Nachtsendung übernahm und mehrere Minuten improvisierte.
Nach drei Monaten wird nun die RTS-Leitung aktiv. Wie persoenlich.com erfahren hat, wurde eine Taskforce eingerichtet. Der Unmut in der Belegschaft sei gross. Von persoenlich.com kontaktiert, relativiert die RTS die Situation. Die Inbetriebnahme neuer Produktionsinfrastrukturen bringe immer technische Probleme mit sich, schreibt die Medienstelle. Es gehe nun darum, die Systeme gemeinsam mit den Herstellern zu stabilisieren. Die Taskforce solle die technischen Teams bei den Kinderkrankheiten der Geräte unterstützen. Warum die Taskforce nicht schon früher eingesetzt wurde, beantwortete die Medienstelle nicht. Nach der Panne vom Donnerstag seien nur ein halbes Dutzend Reaktionen und Fragen aus dem Publikum eingegangen.

