28.07.2026

Journafonds

Eigener Topf für Wissenschaftsjournalismus

Der Schweizer Klub für Wissenschaftsjournalismus (SKWJ) und Journafonds schaffen ab Herbst 2026 eine mit jährlich 25'000 Franken dotierte Förderlinie, finanziert von den Akademien der Wissenschaften Schweiz, dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und dem ETH-Rat.

Die neue Sonderausschreibung läuft laut Mitteilung zunächst drei Jahre und richtet sich gezielt an Recherchen zu wissenschaftlichen Themen in Publikumsmedien. Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten können bereits in der kommenden Förderrunde erstmals ein Gesuch über journafonds.ch einreichen. Ziel sei es, so Journafonds und der SKWJ, qualitativ hochwertigen Wissenschaftsjournalismus zu stärken.

Die Lancierung folgt auf eine Forderung des SKWJ, der bereits im vergangenen Jahr angesichts von Abbau in Wissenschaftsredaktionen wie jener von SRF unabhängige Förderfonds für Recherchen gefordert hatte (persoenlich.com berichtete).

Unabhängig davon hat Journafonds im Juni 2026 in der zweiten diesjährigen Förderrunde 14 Rechercheprojekte mit insgesamt mehr als 60'000 Franken unterstützt. Die Beiträge liegen je nach Umfang zwischen 3000 und 10'000 Franken. Fünf der Projekte erhielten eine Anschubfinanzierung von maximal 3000 Franken für erste Recherchen; ergeben sich daraus vielversprechende Resultate, kann anschliessend ein Gesuch für eine weiterführende Finanzierung gestellt werden.

Die geförderten Recherchen erscheinen laut Mitteilung unter anderem bei NZZ, RTS, Zentralplus, Hauptstadt, Gruppetto Magazin, Heidi.news, Blick Romandie und RSI. Inhaltlich geht es um Themen wie Profiradsport, Energiepolitik, Abfallwirtschaft, internationale Schifffahrt und Neurotechnologien.

Je zwei der geförderten Projekte stammen zudem aus den regionalen Sonderausschreibungen für Bern sowie für Zug und die Zentralschweiz. Die Berner Ausschreibung wird von der Burgergemeinde Bern und dem Kanton Bern getragen, jene für Zug und die Zentralschweiz von Daniel Brunner, ehemaligem Zuger Verleger und Politiker sowie Gründer des Dokumentationszentrums Doku-Zug.

Über die Vergabe entschieden zwei Jurys: Für die Deutschschweiz waren dies Marcel Hänggi als Vertreter der Zivilgesellschaft sowie die Medienschaffenden Alexandra Stark und Serena Tinari. Für die französisch- und italienischsprachige Schweiz entschieden Claudio Bozzini als Vertreter der Zivilgesellschaft sowie die Medienschaffenden Laura Drompt und François Pilet.

Der nächste Eingabetermin für Finanzierungsgesuche ist der 30. September 2026.


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