10.08.2026

NZZ

Ein Plädoyer für das «Sie» auf Sendung

Peter Knechtli hat auf persoenlich.com gefordert, SRF-Journalisten sollten mit dem «gestelzten Siezen» in Informationssendungen aufhören. In der NZZ widerspricht ihm Birgit Schmid: Sie sieht in der förmlichen Anrede mehr als eine Maskerade.

Schmid räumt ein, die Praxis wirke vor Kamera und Mikrofon wie ein Anachronismus, hält sie in der «penetranten Duzis-Kultur» aber für wohltuend: Sie verleihe einer Sendung Seriosität und betone die journalistische Unabhängigkeit, schreibt die NZZ-Autorin.

Die SRF-Medienstelle erklärte gegenüber Schmid, das gegenseitige Siezen sei Ausdruck einer «professionellen und kritischen Distanz»; die Mitarbeitenden sprächen nicht als Privatpersonen miteinander. Schmid verweist zudem auf ARD und ZDF, wo zugeschaltete Korrespondenten gesiezt, aber beim Vornamen genannt würden.

Anlass zu Knechtlis Kritik gab ein Versprecher: Radiomoderator David Karasek fiel im SRF-«Tagesgespräch» gegenüber EU-Korrespondent Charles Liebherr spontan ins Du. (nil)


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