Ingrid Deltenre will wissen, was ihre Angestellten in ihrer Freizeit treiben: Mitarbeiter des Schweizer Fernsehens, die dem Gesamtarbeitsvertrag unterstehen, müssen ihrem Arbeitgeber ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten zur Bewilligung vorlegen. Dies berichtet der SonntagsBlick in seiner aktuellen Ausgabe. "Wir haben die Bestimmungen präzisiert. Wir haben aber grundsätzlich eine grosszügige Haltung gegenüber Nebenbeschäftigungen, wir wollen lediglich Transparenz", begründet Mediensprecher Robert Neuhaus die Verschärfung. Dabei sei nicht entscheidend, ob es eine Entlöhnung gebe, sondern lediglich ob sie sich inhaltlich und zeitlich mit dem Arbeitgeber vereinbaren lasse.
Gewerkschaften und Datenschützer sind ob der Neuregelung Deltenres empört und protestieren. "Ja, es gibt einen grossen Widerstand, und zwar auch von prominenten Fernsehschaffenden, sagt etwa SSM-Zentralsekretär Stephan Ruppen. "Ingrid Deltrenre spielt Big Sister". Er will die "Kontrollpolitik" Deltenres nicht akzeptieren und hält sie für eine "krasse Verletzung des Persönlichkeitsschutzes" und deshalb für rechtswidrig.

