Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat der SRG die nötige Funkkonzession erteilt, wie das Medienhaus am Montag mitteilte. Nach Ablauf der Beschwerdefrist ist sie rechtskräftig. Welche Standorte zuerst aufgeschaltet werden, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Der SonntagsBlick hatte im Mai unter Berufung auf ein internes Papier geschrieben, die erste Ausbaustufe solle 85 Prozent der Bevölkerung erreichen (persoenlich.com berichtete). Bis Ende 2028 will die SRG 95 Prozent mit UKW erreichen.
Verbreitet werden die Hauptprogramme der Sprachregionen, darunter die Kultursender und in der Deutschschweiz die Regionaljournale. Die zusätzlichen Kosten beziffert die SRG auf derzeit rund 6,5 Millionen Franken pro Jahr. Sie müssen laut Mitteilung mit dem vom Bundesrat verordneten Sparprogramm vereinbar sein. Eine landesweite Vollabdeckung hatte früher rund 15 Millionen Franken jährlich gekostet. Über weitere Ausbauschritte will die SRG je nach Nutzung und finanziellem Spielraum entscheiden.
Die SRG hatte ihre UKW-Sender Ende 2024 im Alleingang abgeschaltet, weil sie davon ausging, dass die Privatsender dann folgen würden. Das taten sie aber. Zahlreiche Privatradios senden bis heute analog. Im ersten Halbjahr 2025 sank die Nettoreichweite der SRF-Radios laut Mediapulse gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent, bei RTS und RSI noch stärker. Die SRG führte dies hauptsächlich auf die UKW-Abschaltung zurück.
Im Dezember 2025 hiess das Parlament die Motion 25.3950 gut. Damit bleibt die UKW-Verbreitung über 2026 hinaus möglich. «Den Entscheid des Parlaments, die UKW-Verbreitung weiterhin zu ermöglichen, hat die SRG als Auftrag verstanden», lässt sich Generaldirektorin Susanne Wille in der Mitteilung zitieren. Gegen eine vorzeitige Rückkehr gab es Widerstand: Reto Wettstein, Inhaber von Radio2Go, hatte angekündigt, jede Ausnahmebewilligung für die SRG anzufechten. Ob er Beschwerde eingereicht hat, ist nicht bekannt.
Die SRG selbst bezeichnet UKW als Übergangslösung bis zum Umstieg auf digitale Empfangswege. Bereits heute erfolgen laut ihren Angaben fast neun von zehn Radiominuten über DAB+ und Internet. (pd/nil)

