10.07.2005

USA

Erstmals moslemischer Held im TV

Zehnteilige Serie ab Ende des Jahres bei "Showtime".

Ein moslemischer FBI-Agent kämpft in den USA erstmals auf den Bildschirmen innerhalb einer terroristischen Zelle gegen Terroristen. Der TV-Charakter ist der erste seiner Art im US-amerikanischen Fernsehen, der einen Moslem als Helden darstellt und "das Böse" bekämpft, berichtet die New York Times (NYT).

Die Serie trägt den programmatischen Titel "Sleeper Cell" und kommt Ende dieses Jahres in das US-Fernsehen. Die Serie bricht mit der Tradition der bestehenden US-Serien wie "JAG" und "24", wo die "Bad Guys" meist arabischer Abstammung sind.

Bei der professionellen Zugangsweise stellten die Produzenten dem Hauptdarsteller sogar ein "Kreativ-Team" zur Seite, in denen drei bekennende Muslime tätig sind. Diese freuten sich über die Sleeper-Cell-Produktion, da sie einen Charakter auf dem Bildschirm unterstützen können, mit dem eine Identifikation ihrerseits möglich ist.

Zu den kreativen Risken der Produktion gehört laut NYT auch die Darstellung der Beweggründe der Terroristen und die Szenerie in den USA. Ungewiss bleibt auch, ob sich die US-Amerikaner auf ein solches Unterhaltungs-Programm einlassen, das realistisch die bestehenden, grossen Ängste der US-Bevölkerung behandelt.

Gesendet wird die zehnteilige Drama-Serie auf dem Viacom-Sender "Showtime", wo sich die Verantwortlichen bereits auf massive Negativ-Kritik vorbereiten. Im vergangenen Jahr ist bereits in der New York Post ein kurzer Vorabbericht erschienen, worin kritisiert wurde, dass die Terroristen in einem "sympathischen Licht" dargestellt würden. Daraufhin gingen einige Hundert Briefe beim Kabelsender ein und Abonnenten drohten mit der Kündigung ihrer Abos.

Showtime zählt derzeit mehr als 13 Mio. Abonnenten und ist bekannt für die Ausstrahlung durchwegs kontroversieller TV-Serien. Vor einigen Monaten erregte der Film "Our Fathers" die Gemüter, worin zum Thema sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche Stellung bezogen wurde.


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