19.08.2026

Blick Sport

Fan-Reporter berichten aus der Kurve

Für Blick Sport berichten ab der kommenden Eishockey-Saison bezahlte Leserreporter über die National-League-Klubs. Analytische Distanz ist nicht gefragt, sondern Leidenschaft und Parteilichkeit.
Blick Sport: Fan-Reporter berichten aus der Kurve
Der Arbeitsplatz der Fan-Reporter. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Wer ab dem 15. September für Blick Sport über die National League berichtet, braucht dafür nicht mehr zwingend eine Presseakkreditierung – es reicht auch ein Stehplatz im Fansektor. Ab der kommenden Saison berichten nicht nur professionelle Journalistinnen und Journalisten über das Geschehen auf und neben dem Eis, sondern auch sogenannte Fan-Reporter.

Per Aufruf suchte die Blick-Redaktion geeignetes Personal für die neue Aufgabe. Verlangt wird ausdrücklich kein Fachwissen. «Gefragt sind keine vertieften Spielanalysen oder Taktikdiskussionen, sondern Emotionen und wahre Fangefühle», hiess es auf blick.ch. Genannt wurden Video-Blogs von der Zuschauertribüne, Watch-Partys und Reaktionen aufs Spielgeschehen.

Genügend valable Bewerbungen

Am vergangenen Sonntag lief die Bewerbungsfrist ab. Von einem «super Rücklauf» spricht das Sportressort auf Anfrage, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Hunderte seien es nicht gewesen, aber genügend valable Bewerbungen, um die für den Pilotversuch geplanten Klubs zu besetzen. Aus den Bewerbungen trifft die Redaktion eine Vorauswahl, danach stimmt die Blick-Community über ihre Favoriten ab und entscheidet gemeinsam mit der Eishockeyredaktion, wer als Fan-Reporter berichten darf.

Am Anfang werden noch nicht alle 14 Klubs von Ambrì bis ZSC von einem Fan-Reporter begleitet. «Wir starten zur kommenden Saison bei den ersten Eishockey-Teams mit einem Fan-Reporter und schauen, wie es ankommt», teilt Sandro Inguscio, Chief Digital Officer von Ringier, auf Anfrage mit. Jeder Fan-Reporter erhalte ein Briefing, werde mit den Inhalts- und Redaktionsrichtlinien vertraut gemacht und laufend vom Sportressort und den Social-Media-Teams gecoacht.

Der Ausstoss wird zum Saisonstart überschaubar bleiben: «Angedacht ist zum Start jede zweite Woche ein Beitrag pro Fan-Reporter.» Der Einsatz werde honoriert. Mit welchem Betrag, verrät Inguscio nicht.

Beiträge sollen «emotional und subjektiv» sein

Die Rolle des Fan-Reporters beschreibt er als die eines «offiziellen Vertreters der Blick-Community» und «als Gesicht der Fans, als ihr Vertreter, ihre Stimme». Entsprechend dürfen und sollen ihre Videobeiträge «emotional, subjektiv und dadurch auch sehr authentisch sein».

Exklusiv bei Blick bleiben die Beiträge nicht. Publiziert werden sie nach heutigem Stand auf blick.ch, punktuell auf den Social-Media-Kanälen von Blick Sport und Blick Eishockey – und auf den privaten Kanälen der Fan-Reporter. Dort soll es «eine Form von Blick Branding» geben, wie es auf Anfrage heisst. Wie dieses aussieht, ist noch offen und laut Blick nicht final definiert.

Das Angebot passt zur Eishockeystrategie von Blick Sport. Seit dem Frühjahr können Nutzerinnen und Nutzer ihren Klub mit der Personalisierungsfunktion «Follow My Team» abonnieren (persoenlich.com berichtete). Zur Kommerzialisierung des neuen Formats macht Ringier keine zitierbaren Angaben.

Verläuft der Versuch beim Eishockey zur Zufriedenheit der Redaktion, sollen weitere Sportarten folgen. Fussball liege auf der Hand, erklärt Inguscio. Denkbar seien aber auch Schwingen und Skisport.


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