21.11.2016

SDA/SRF

Gegen ungleiche Behandlung der Medien

Die «NZZ am Sonntag» erhielt Publikationen von Pro Juventute und Credit Suisse exklusiv. Nun verzichten die sda und SRF auf die Berichterstattung.
SDA/SRF: Gegen ungleiche Behandlung der Medien
In den genannten Beispielen betrifft es jeweils die «NZZ am Sonntag». (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Gleich zwei Nachrichten erreichten am Montag die persoenlich.com-Redaktion mit dem Hinweis: «Die Schweizerische Depeschenagentur (sda) verzichtet heute auf eine Berichterstattung (...)».

Mit dem Verzicht auf eine Berichterstattung setze die sda ein Zeichen «gegen den zunehmenden Trend, die Medien bei der Verbreitung von Informationen ungleich zu behandeln.» In den genannten Beispielen betrifft es jeweils die «NZZ am Sonntag».

Der Verzicht betrifft am Montag die Studie zum Thema «Immer seltener spielen Kinder in der Schweiz im Freien», die im Auftrag der Pro Juventute erstellt worden ist. Pro Juventute habe die Informationen der «NZZ am Sonntag» exklusiv zu Verfügung gestellt. Die übrigen Medien seien erst am Montag mit einem Communiqué bedient worden. Die Inhalte sind somit schon bekannt.

Am Dienstag verzichtet die Depeschenagentur auf eine Berichterstattung über den «Global Wealth Report» des Credit Suisse Research Institutes. Die Grossbank habe der «NZZ am Sonntag» den Report exklusiv zur Verfügung gestellt. «Am Sonntag verweigerte die Credit Suisse auf Nachfrage der sda die Herausgabe des Berichtes. Sie verwies auf die Sperrfrist bis zur Medienkonferenz am Dienstag», schreibt die sda.

Wie TV-Chefredaktor Tristan Brenn über Twitter mitteilt, verzichtet auch SRF darauf, über den «Global Wealth Report» zu berichten.

(sda/clm)


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KOMMENTARE

Stefan Kurt
22.11.2016 16:30 Uhr
Immerhin. Der Global Wealth-Bericht ist, wie man in der NZZaS lesen konnte, eh Gugus... Durchschnittszahlen anstelle von Median, Billionen mit Milliarden verwechselt, etc...
Urs Grieder
22.11.2016 13:13 Uhr
Gebe Vorschreiber P. Mollet völlig Recht. Das SRF sollte in dieser Beziehung mal schön die Klappe halten.
Peter Mollet
22.11.2016 11:46 Uhr
An sich gebe ich SDA und SRF recht. Nur hat das Fernsehen am wenigsten Anlass, sich aufzuregen. Ich habe es mehrmals erlebt, dass Fernsehjournalisten bei diversen Anlässen privilegiert behandelt wurden und die restlichen, "gewöhnlichen" Journalisten warten mussten, bis man ihnen gnädigst auch ein Stück Information zusteckte.
Dieter Widmer
22.11.2016 09:36 Uhr
Das geht nicht, insbesondere für Unternehmen, die sich immer als unverzichtbare service-public-Unternehmen bezeichnen. Sollen die andern Medien auch nicht berichten, wenn SRF oder sda. einen Primeur hat? Schändlich.
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