23.08.2023

Nebelspalter

Heft und Website rücken zusammen

Ende September erscheint das ehemalige Satiremagazin anlässlich der nationalen Wahlen erstmals mit mehr Inhalten von Nebelspalter.ch. Nicht mehr an Bord ist Ralph Weibel. Dem bisherigen Chefredaktor des gedruckten Hefts wurde gekündigt.
Nebelspalter: Heft und Website rücken zusammen
Ralph Weibel (links) ist nicht mehr Chefredaktor Magazin des Nebelspalter. Geschäftsführer Christian Keller (oben rechts) hat ihn entlassen. Neu ist Marina Lutz (unten rechts) für das Heft verantwortlich. Von ihr stammt auch das Cover. (Bilder: zVg)

Örtlich sind die beiden Redaktionen schon im vergangenen Winter zusammengerückt und befinden sich seither an der gleichen Adresse in Zürich. Nun kommen sich die Website Nebelspalter.ch und das gleichnamige Magazin auch inhaltlich näher. Das bisherige Modell mit einer Online-Politplattform und einem gedruckten Satiremagazin unter dem gleichen Markendach hat nicht wirklich funktioniert. Zwar soll das Heft seiner historischen DNA treu bleiben und der gezeichneten Karikatur weiterhin viel Platz einräumen. Aber redaktionell rückt das Heft näher an die Website, die kurz vor einem Relaunch steht.

«Auf der Website künftig mehr Karikaturen»

Figuren und Formate, die nun Nebelspalter.ch prägen, werden künftig auch in der gedruckten Ausgabe vorkommen. Geschäftsführer Christian Keller illustriert das an einem Beispiel: «Die beiden Frauen, die unseren Podcast ‹Nebelspalterinnen› machen, könnten im Heft eine Rubrik erhalten und ihre Köpfe würden als Karikaturen gezeichnet.» Der Transfer funktioniert aber nicht nur in eine Richtung. «Wenn wir die beiden Plattformen näher zueinander bringen, dann heisst das auch, dass wir auf der Website künftig mehr Karikaturen zeigen», sagt Keller im Gespräch mit persoenlich.com.

Keinen Platz mehr in dieser neuen Struktur gibt es für Ralph Weibel. Der bisherige Chefredaktor Magazin erhielt die Kündigung. «Gestern wurde ich von Markus Somm und Christian Keller ohne Vorzeichen gekündigt und per sofort freigestellt», teilte Weibel den Karikaturistinnen und Autoren mit, die für den Nebelspalter gezeichnet und getextet hatten. Kleinreport berichtete zuerst darüber. Christian Keller bestätigt gegenüber persoenlich.com den Vorgang.

Langjährige Mitarbeiterin übernimmt

Zu den nationalen Wahlen im Herbst erscheint Ende September der erste Nebelspalter nach der neuen Formel. Auch wenn die redaktionelle Linie der gedruckten Ausgabe künftig stärker von der Online-Chefredaktion um Gründer und Chefredaktor Markus Somm geprägt sein wird, braucht das Heft weiterhin jemanden, der für das Blatt die organisatorische Verantwortung trägt, aber keinen Chefredaktor mehr. Künftig wird Marina Lutz als Produktionsleiterin das Magazin betreuen. «Sie ist die Ansprechperson für die Karikaturistinnen und Karikaturisten», sagt Geschäftsführer Keller. Lutz ist freischaffende Künstlerin und Illustratorin und zeichnet seit 2013 als ständige Mitarbeiterin für den Nebelspalter.

Die Anpassungen beim Nebelspalter erfolgen mit dem Ziel, das Verlagsunternehmen finanziell solider aufzustellen sowie neue Abonnentinnen und Abonnenten zu gewinnen. «Unsere Investoren erwarten ein Produkt, das kommerziell funktioniert», sagt Christian Keller. Mit den bisher unterschiedlichen publizistischen Profilen von Website und Heft war man dafür nicht ideal aufgestellt. Das zeigte sich etwa dann, wenn online das Heft beworben wurde. «Die Leute kriegten dann nicht das, was sie erwarteten», so Keller. Das soll nun nicht mehr vorkommen. Wo Nebelspalter drauf steht, ist künftig überall das Gleiche drin.


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Ueli Custer
24.08.2023 06:51 Uhr
Das ist aber lange gegangen, bis Somm gemerkt hat, dass dieses Konzept Unsinn war. Eine Marke, zwei Redaktionskonzepte war ja wohl die grösste Schnapsidee seit es das Internet gibt.
Kommentarfunktion wurde geschlossen