In einem Interview mit den Schaffhauser Nachrichten spricht Marcel Kohler, der Verwaltungsratspräsident des Meier-Medienhauses, dem die Zeitung gehört, über die prekäre Lage der Medien. Trotz der Branchenveränderungen gelinge es dem Unternehmen, schwarze Zahlen zu schreiben, so Kohler. Allerdings handle es sich dabei nicht um grosse Gewinne, sondern um Erträge auf tiefem Niveau.
Das Schaffhauser Fernsehen, das kürzlich mit einer Rettungsaktion auf seine prekäre finanzielle Lage aufmerksam gemacht hatte, habe inzwischen einige Sponsoren gefunden, sagt Kohler weiter. «Die Zukunft des Fernsehens ist damit aber noch nicht nachhaltig gesichert.» Der Meier-VRP sei aber überzeugt, dass das Angebot nötig sei. Er stellt infrage, ob Mitbewerber Tele Top, das über die Konzession für die Region Zürich-Nordostschweiz verfügt, die Vorgaben für die Region Schaffhausen erfülle.
Als Vertreter des liberalen Lagers betrachte er Subventionen grundsätzlich kritisch, betont Kohler. Gleichzeitig stelle er fest, dass der Markt für regionale Medien zunehmend weniger gut funktioniere. Angesichts der Bedeutung lokaler Medien für Politik und Gesellschaft erachte er eine indirekte Förderung journalistischer Arbeit als angezeigt. Er begrüsse deshalb die beiden im Kantonsrat eingereichten Postulate, die eine mögliche Medienförderung im Kanton Schaffhausen thematisieren. Eine solche Förderung müsse jedoch indirekt ausgestaltet sein und jeglichen Zugriff auf redaktionelle Prozesse und Entscheidungen ausschliessen, so Kohler.
Der «Innovationsfonds für multimedialen Journalismus» der Gebert Rüf Stiftung habe über die Windler-Stiftung einen Beitrag von 480'000 Franken für Schaffhausen gesprochen. Dies sei ein positives Zeichen, reiche aber nicht aus, so Kohler. Die Mehrheitsaktionärin des Meier-Medienhauses, die Carl Oechslin Stiftung, verfüge zudem nicht über substanzielle finanzielle Mittel; ihre Aufgabe sei es, die Unabhängigkeit der Schaffhauser Nachrichten zu sichern. «Allerdings bleibt die Unabhängigkeit nur so lange gewährleistet, wie das Unternehmen selber tragfähig ist. Wiederkehrende Verluste könnte die Stiftung nicht tragen.» (spo)
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17.08.2026 13:04 Uhr
17.08.2026 10:52 Uhr

