15.08.2026

SRF

Roger Elsener ruft zu mutigem Journalismus auf

Rund 100 Tage nach Amtsantritt äussert sich der SRF-Direktor zu neuen Formaten, zum Vorwurf der Linkslastigkeit des Senders und zur Causa Fischer.
SRF: Roger Elsener ruft zu mutigem Journalismus auf
Er würde mit Patrick Fischer «jederzeit einen Kaffee trinken»: SRF-Direktor Roger Elsener. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF muss seine starken Brands, wie «Tagesschau», «Echo der Zeit», «10 vor 10» oder «Rundschau», so weiterentwickeln, dass sie auf allen Plattformen funktionieren: live, zeitversetzt, in Apps und auf Streamingdiensten. Das sagt Direktor Roger Elsener im Interview mit der Schweiz am Wochenende. «Mit der Digitalisierung steigt die Bedeutung zeitversetzter Inhalte und des sogenannten Short-Form-Contents, kürzerer Formate», wie er erklärt.

Mit speziell kreierten Newsclips setze SRF dies bereits um. Kürzere Ausschnitte sollten künftig auch auf Drittplattformen ein grösseres Publikum erreichen. Zu einer möglichen neuen Talkshow, wie sie in ähnlicher Form bei deutschen Sendern zu sehen ist, äusserte sich Elsener, der seit Mai in seiner Funktion tätig ist, zurückhaltend. Neue Formate würden zusammen mit den Teams entwickelt. Man sei daran, so Elsener.

Auf den wiederkehrenden Vorwurf der Linkslastigkeit angesprochen, verwies Elsener auf unabhängige Gremien wie die Ombudsstelle und die UBI, welche die Sachgerechtigkeit von Sendungen prüfen und den Sender in den meisten Fällen stützen. Gleichzeitig dürfe SRF mutig sein. «Ich animiere alle im Unternehmen, mutigen Journalismus im Rahmen der publizistischen Leitlinien zu praktizieren.» Es sei für die Redaktionen in den vergangenen Jahren nicht immer einfach gewesen, wenn sie politisch unter Druck gestanden hätten.

Zur Enthüllung, die zum Sturz von Patrick Fischer geführt hat (persoenlich.com berichtete), weicht Elsener die Frage aus, ob SRF mit dem Ex-Eishockeytrainer ins Reine kommen muss. Der Fall habe seinen Anfang vor seiner Zeit gehabt. Er würde aber mit ihm «jederzeit einen Kaffee trinken». Der SRF-Direktor erklärt auch, warum die Enthüllung zum gefälschten Covid-Zertifikat nicht in die damals geplante Doku eingebaut wurde: «Das wäre der Idealfall gewesen. Aber um offen darüber zu sprechen, braucht es beide Seiten, es sind Menschen und Emotionen im Spiel.» (spo)


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