15.10.2026

SRG

Rotstift trifft Maschinenraum am härtesten

Der öffentliche Rundfunk hat sein Sparpaket für 2027 vollständig festgelegt. In den Betriebs- und Supportbereichen fallen 202 Vollzeitstellen weg. Zusammen mit den Sparmassnahmen in den Regionaleinheiten baut das Unternehmen 2027 damit fast 300 Vollzeitstellen ab.

Der grösste Teil des Abbaus betrifft den Bereich Operationen. Er umfasst die Technologie- und Produktionsabteilungen aller Sprachregionen und baut 173 Vollzeitstellen ab. Der Bereich spart ab 2027 jährlich 30,7 Millionen Franken ein. Die Bereiche Human Resources, Finanzen, Kommunikation & Public Affairs sowie Stab sparen zusammen 10,7 Millionen Franken und streichen rund 29 Vollzeitstellen. In diesen Supportbereichen sind die Massnahmen laut Mitteilung der SRG vom Donnerstag bereits weitgehend umgesetzt.

Die Einsparungen sollen vor allem durch die neue Organisation entstehen. Aufgaben und Leistungen erbringt die SRG verstärkt einheitsübergreifend, Kompetenzen werden gebündelt und Doppelspurigkeiten abgebaut. Dazu kommen eine gemeinsame Planung der Produktionsressourcen, harmonisierte IT-Services und einheitliche Herstellungsweisen über alle Sprachregionen. Mit dem Schwerpunkt bei Betrieb und Support will die SRG nach eigenen Angaben das publizistische Angebot schonen. Am Ziel, 95 Prozent der Einsparungen bei Strukturen, Prozessen und Herstellungsweisen zu erzielen, hält sie fest.

Etwa die Hälfte des Abbaus in Operationen und in den Supportbereichen soll über Fluktuation und Pensionierungen erfolgen. Entlassungen und Frühpensionierungen seien aber unumgänglich, schreibt die SRG. Für die Betroffenen gilt der Sozialplan.

Mitte September hatten die Regionaleinheiten und der Bereich Angebot ihre Massnahmen vorgestellt: SRF streicht 38 Vollzeitstellen (persoenlich.com berichtete), RTS 25, RSI acht bis zwölf und der Bereich Angebot zwölf. Mit den nun kommunizierten 202 Vollzeitstellen sind es für 2027 insgesamt 285 bis 289. Die damalige Übersicht wies Einsparungen von 63,9 Millionen Franken aus, die 30,7 Millionen bei Operationen bereits eingerechnet. Nun bezeichnet die SRG das Sparpaket für 2027 als vollständig konkretisiert und nennt jährliche Einsparungen von 80 Millionen Franken. Wie sich die Differenz von rund 16 Millionen Franken zusammensetzt, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Bis 2029 muss die SRG rund 270 Millionen Franken einsparen, vor allem wegen der vom Bundesrat beschlossenen Senkung der Medienabgabe. Die erste Stufe tritt im Januar 2027 in Kraft. Insgesamt rechnet die SRG bis 2029 mit dem Abbau von rund 900 Vollzeitstellen. Die Massnahmen für 2028 und 2029 will sie schrittweise im Rahmen der Finanzplanung festlegen. (pd/nil)


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