03.02.2026

Olympia 2026

So berichten Schweizer Medien aus Italien

Die 25. Olympischen Winterspiele starten am Freitag. Schweizer Medienhäuser haben sich auf die Herausforderung vorbereitet und entsenden ihre Teams in die norditalienischen Wettkampforte. persoenlich.com hat bei 20 Minuten, Blick, CH Media, NZZ, Tamedia sowie bei Keystone-SDA und SRF nachgefragt, wie sie die Spiele abdecken.
Olympia 2026: So berichten Schweizer Medien aus Italien
Schweizer Medienhäuser entsenden ihre Teams zu den Olympischen Winterspielen nach Norditalien. (Bild: Keystone/AP Photo/Alessandro Trovati)

Die 25. Olympischen Winterspiele stehen vor Tür. Am Freitag findet die Eröffnungsfeier statt. Erstmals in der Geschichte treten bei Milano Cortina 2026 zwei Gastgeberstädte auf. Es gibt 15 offizielle Wettkampfstätten an acht verschiedenen Orten. Insgesamt werden rund 11'000 akkreditierte Medienschaffende erwartet. Davon entfallen über 8000 auf den Rundfunkbereich, während die klassische Presse und Fotografie durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf ein Kontingent von 3000 Akkreditierungen begrenzt ist.

Wie eine Auswertung von Google Trends zeigt, ist «Wie viele SRF-Mitarbeiter:innen reisten an die letzten Olympischen Winterspiele?» derzeit in der Schweiz die am zweitmeisten gestellte Frage im Zusammenhang mit Olympia 2026. Die Antwort: Dieses Jahr sind es rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von SRF, die vor Ort sein werden. Diese Zahl entspricht dem Schnitt der letzten Jahre, heisst es auf Anfrage. Einige reisen später an oder früh ab, je nach Wettkampfplänen. 

SRG setzt auf «Remote Production»

SRF berichtet an allen 16 Olympiatagen live am TV, im Radio sowie online. Das Studio befindet sich in Cortina im «Nations Village» – direkt neben dem «House of Switzerland». Annette Fetscherin und Sascha Ruefer führen das Publikum abwechsend durch das Programm und begrüssen Medaillengewinnerinnen und -gewinner sowie weitere Gäste.

An den Olympischen Winterspielen arbeiten die sprachregionalen SRG-Sender überregional zusammen. So ist etwa die Technik-Crew vor Ort für die SRG-Sender RTS, RSI, RTR und SRF tätig und auch die Gesamtorganisation mit Transport sowie Unterkünften wird von einer SRG-Delegation für alle Regionen erledigt. Bereits seit einigen Jahren setzt die SRG auf «Remote Production»: Die SRG setzt keine eigenen Übertragungswagen vor Ort ein, sondern produziert die Sendungen aus den Studios in Zürich, Genf und Lugano. Dadurch konnte die Anzahl der Mitarbeitenden, die zwingend vor Ort arbeiten müssen, deutlich reduziert werden.

TeleZüri und Co bleiben zuhause

Die privaten TV-Sender setzen auf schlankere Strukturen. So berichten die Regionalen Elektronischen Medien von CH Media aus der Schweiz über die Olympischen Winterspiele. Im Fokus stehen dabei Schweizer Erfolge sowie die in den jeweiligen Regionen verankerten Athletinnen und Athleten.

Anders die Zeitungstitel von CH Media: Für die Printmedien und Onlineportale berichten drei Sportreporter durchgehend aus Italien. Martin Probst, Claudio Zanini und Ralf Streule sind während der gesamten Spiele vor Ort. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Ski alpin, wie die Medienstelle schreibt. Online sorgt ein Olympia-Liveticker dafür, dass die Sportfans jederzeit auf dem neuesten Stand sind. Für das Newsportal Watson berichtet Sportjournalist Klaus Zaugg während der gesamten Dauer der Olympischen Winterspiele aus Italien.

Blick freut sich auf «Skibergsteigen»

Blick ist mit acht Reporterinnen und Reportern vor Ort, darunter zwei Fotografen und eine Videoreporterin. Das Team deckt den gesamten Zeitraum ab und erstellt die Sportinhalte auch für die Schweizer Illustrierte. Während der Sport-Desk die schnelle Berichterstattung sicherstellt, liefern die Journalistinnen und Journalisten vor Ort an den Wettkampfstätten Reaktionen, Emotionen, Analysen und Hintergründe.

Priorität haben die Sportarten, in denen Schweizer Athletinnen und Athleten gute Medaillenchancen haben – mit Fokus auf Ski alpin. «Spannend wird die olympische Newcomer-Sportart Skibergsteigen, bei der die Schweiz auf echte Trümpfe zählen kann», schreibt die Medienstelle. Während der Winterspiele erscheint das Video- und Audioformat «Après Ski» als «Après Ski Rapido» in kürzeren Folgen und höherer Taktung. Zusätzlich gibt es einen speziellen Olympia-Newsletter.

NZZ interessiert sich auch für «ökonomische Hintergründe»

Die NZZ ist während der gesamten Olympischen Spiele in Bormio/Livigno und in Cortina mit je einem Redaktionsmitglied präsent. An anderen Wettkampforten kooperiert die Zeitung mit freien Mitarbeitenden. Neben der sportlichen Aktualität legt die NZZ den Fokus auf politische, sportpolitische, gesellschaftliche und ökonomische Hintergründe, heisst es aus der Zürcher Falkenstrasse.

20 Minuten ist mit vier Reportern in Italien unterwegs. Stationiert sind sie zu zweit in Bormio, von wo aus auch die Wettkämpfe im nahegelegenen Livigno abgedeckt werden, sowie in Cortina und Mailand. Die Sportreporter bleiben bis zum Ende der Spiele vor Ort. Zusätzlich ist eine Redaktion in Zürich im Einsatz. Für alle Medaillenentscheidungen mit Schweizer Chancen sind Liveticker geplant.

Bei Tamedia werden Journalistinnen und Journalisten aus der Deutschschweiz sowie aus der Westschweiz während der Olympischen Winterspiele vor Ort im Einsatz sein, ergänzt durch einen Social-Media-Journalisten. Eine genau Anzahl nennt Tamedia nicht. Die Berichterstattung ist über einen längeren Zeitraum geplant, mit Präsenz während eines Grossteils der Spiele. Geplant sind aktuelle Reportagen, Liveformate, Einordnungen, Hintergründe, Interviews und Porträts sowie besondere Geschichten rund um die Spiele.

«Fotografen sind sehr mobil»

Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA sendet acht Personen zu den Winterspielen: vier Fotografen und vier Textjournalisten. Diese verteilen sich auf Bormio/Livigno, Cortina und Mailand. «Insbesondere die Fotografen sind sehr mobil und werden bei wichtigen Einsätzen der Schweizer Athletinnen und Athleten auch an die weiteren Wettkampforte eilen», schreibt Valentin Oetterli, Leiter Sport bei Keystone-SDA. Alle acht Personen bleiben bis zum Schluss der Spiele präsent.

Im Zentrum stehen bei der Nachrichtenagentur wie bei den anderen Medien die Leistungen der Schweizer Athletinnen und Athleten. «Die Reporter vor Ort sorgen für das Hintergründige und Einordnende, die Fotografen fangen auf ihren Bildern die Action und die Emotionen der Sportlerinnen und Sportler ein», so Oetterli. Unterstützt werden sie von einem Team aus der Schweiz, das gewährleistet, dass von jeder der 116 Entscheidungen innert wenigen Minuten eine erste Meldung vorliegt.

13, 14 oder 15 Medaillen?

Bei den Medaillenprognosen hält sich eine Mehrheit der befragten Medien zurück. SRF verzichtet komplett auf eine Prognose und wünscht den Schweizer Athletinnen und Athleten viel Erfolg. Auch 20 Minuten hält es wie die Schweizer Olympia-Delegation und gibt keine konkrete Prognose ab – würde sich aber über jede weitere Medaille freuen, nachdem es vor vier Jahren in Peking 15 waren. Tamedia spricht von «regelmässigen Chancen» für die Schweizer Delegation, ohne konkrete Zahlen zu nennen. CH Media liess die Frage unbeantwortet.

Mutiger zeigen sich NZZ, Blick und Keystone-SDA: Die NZZ rechnet mit einem Resultat in der Grössenordnung von 2022, als die Schweiz 15 Medaillen gewann. Blick tippt auf 14 Medaillen (5 Gold, 5 Silber, 4 Bronze). Keystone-SDA prognostiziert leicht weniger als an den vergangenen zwei Winterspielen und rechnet mit 13 Medaillen (4 Gold, 6 Silber, 3 Bronze) – «und wie immer zu viele 4. Plätze».

Credits

Mitarbeit: Sandra Porchet.


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