Wie war Bundesrat Parmelin?
«Politbüro» (Podcast von Tamedia): Der Politikpodcast zieht eine gemischte Bilanz zur elfjährigen Amtszeit und hebt hervor, dass Parmelin zwar innenpolitisch wenig bewegt habe, sein «Landesvaterfaktor» jedoch exzellent gewesen sei.
Weltwoche: Parmelins Start im Bundeshaus sei harzig verlaufen – doch nur wenige hätten aus den Möglichkeiten seines Amtes so viel herausgeholt wie er.
Nebelspalter: Mit seinem Rücktritt hinterlasse Wirtschaftsminister Parmelin ein «dichtes Netz von Freihandelsabkommen».
Neue Zürcher Zeitung: Die NZZ würdigt Parmelin als den freundlichsten, aber auch als den unauffälligsten Bundesrat. Just vor seinem Abgang habe er plötzlich «wie geschaffen für die Weltpolitik» gewirkt.
Pomona: Das Portal räumt mit dem Klischee des gemütlichen Winzers auf. Er habe auf runde Tische und bescheidene Kompromisse gesetzt.
Was sagt die Westschweiz?
Le Temps: Sein Einzug ins Bundeshaus sei durch die Hintertür erfolgt. Nun verlasse Parmelin die Hauptstadt als «homme d’Etat».
La Liberté: Als «guter Landesvater» sei Guy Parmelin zu einem Orientierungspunkt für die Schweizer Bevölkerung geworden. Er könne nun mit dem Gefühl der Pflichterfüllung in seine Weinberge zurückkehren. Als sein Nachfolger habe der Freiburger Nicolas Kolly gute Chancen.
24 heures/Tribune de Genève: Ein Porträt zeichnet Guy Parmelin nach elf Amtsjahren als atypischen und bescheidenen Bundesrat, der anfänglichem Spott zum Trotz das Wirtschaftsdepartement zum Motor für den weltweiten Freihandel gemacht habe. Durch seine kooperative Arbeitsweise habe er sich weit über seine Parteigrenzen hinaus Respekt erworben.
Wird eine Frau seine Nachfolgerin?
Tages-Anzeiger: Aufgrund des Fehlens aussichtsreicher männlicher Anwärter sowie des gesellschaftlichen Drucks stehe die Tür für die erste SVP-Bundesrätin so weit offen wie nie zuvor.
Schweiz heute: Nach zehn männlichen Bundesräten in der Parteigeschichte sei jetzt die Zeit für die erste SVP-Bundesrätin gekommen. Ein höherer Frauenanteil in der Landesregierung sei keine Frage von linkem Feminismus, sondern eine Notwendigkeit für die ausgewogene politische Repräsentation. (sda/cbe)

