513 Beanstandungen richteten sich gegen die Satiresendung «Late Night Switzerland» vom 13. April 2025, die von der Ombudsstelle unterstützt wurde. Eine «Impact»-Reportage vom 24. September 2025 über die Zürcher Tantra-Schule «Bodywerk Center» wurde 138 Mal beanstandet und in zwei Kritikpunkten unterstützt. Insgesamt wurden 9,9 Prozent der Fälle ganz oder teilweise unterstützt, gegenüber 8,7 Prozent im Vorjahr, heisst es in einer Mitteilung.
Knapp ein Viertel aller Beanstandungen entfiel auf den Nahost-Konflikt. Die Kritik kam 2025 mehrheitlich aus pro-israelischen Kreisen und richtete sich gegen die Berichterstattung über das humanitäre Leid in Gaza, Völkerrechtsfragen und politische Verantwortung. Zahlreiche Beanstandungen betrafen auch die US-Politik, insbesondere die Berichterstattung über Donald Trump und sein Umfeld. Die Ombudsstelle erachtete die journalistische Einordnung in den meisten Fällen als sachgerecht.
Die Zahl der Beanstandungen gegen Online- und Social-Media-Beiträge stieg von 40 im Vorjahr auf 154 Fälle. Die Ombudsstelle weist auf vermeidbare problematische Titel hin, die durch starke Verkürzungen komplexer Sachverhalte entstehen können. Überraschend stark im Fokus standen 2025 Kultursendungen, beanstandet wurden historische Ungenauigkeiten, die Auswahl von Expertinnen und Experten sowie der Umgang mit Archivmaterial.
Die hohe Eingabezahl geht auch auf ein stark polarisiertes politisches Umfeld zurück, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Im Vorfeld der Abstimmung über die Halbierungsinitiative riefen Befürworter medienwirksam dazu auf, Beanstandungen einzureichen. Das führte dazu, dass einzelne Beanstander innert vier Tagen fünf Beanstandungen einreichten.
Im Berichtsjahr gingen insgesamt 1703 Eingaben ein, wovon 295 keine Ombudsfälle waren. Mit einem Gesamtpensum von 140 Stellenprozenten stösst die Ombudsstelle laut eigenen Angaben an ihre Kapazitätsgrenzen. Ombudsleute im Berichtsjahr 2025 waren Esther Girsberger und Urs Hofmann. (pd/cbe)

