09.09.2026

Ringier

SonntagsBlick wechselt Tag und Namen

Die Katze ist aus dem Sack: Ringier hat am Mittwochabend enthüllt, wie es mit dem SonntagsBlick weitergeht. Künftig erscheint aus der Blick-Familie nur noch an sechs statt sieben Tagen eine Zeitung. Der Name «SonntagsBlick» verschwindet nach fast 60 Jahren. Neu heisst das Produkt «Blick fürs Wochenende».
Ringier: SonntagsBlick wechselt Tag und Namen
Ladina Heimgartner, CEO Ringier Medien Schweiz, lüftete am Mittwochabend in Zürich das Geheimnis: Aus SonntagsBlick wird Blick fürs Wochenende. (Bild: persoenlich.com/cbe)

Seit 1969 begleitet der SonntagsBlick die Schweiz durch den Sonntag – und ist damit die älteste Sonntagszeitung der Deutschschweiz. Ab dem 9. Januar 2027 übernimmt der «Blick fürs Wochenende» seinen Platz – neu am Samstag statt am Sonntag. Gleichzeitig fällt die bisherige separate Samstagsausgabe des Blick weg: Beide Titel werden zu einer einzigen Wochenendausgabe mit 96 Seiten in zwei Bünden zusammengelegt.

An einem Event für geladene Gäste im Zürcher Restaurant Terrasse stellte Ringier am Mittwochabend das Konzept erstmals vor. Damit endet das wochenlange Rätselraten der Branche (persoenlich.com berichtete).

Inhaltlich soll der erste Bund das Geschehen der Woche einordnen: mit Recherchen, Reportagen, Interviews, Meinungen und Analysen. Neu als Kolumnisten mit dabei sind Stefan Zweifel, Christian Jott Jenny und im Beauty- und Lifestyle-Bereich Alexandra Lüönd.

Der zweite Bund gehört mit rund 30 Seiten dem Sport, ergänzt um Kolumnen von Spitzenfussballerin Ramona Bachmann, Ex-Fifa-Schiedsrichter Urs Meier und Spielerberater Sascha Fischer. Aktuelle Resultate vom Samstag sollen künftig über ein ausgebautes digitales Sportcenter auf Blick.ch verfügbar sein, inklusive Livestände und Bewegtbild.

Dazu kommen Unterhaltung sowie Service-Themen rund um Genuss, Finanzen und Freizeit sowie neue Rubriken, wie es in einer Mitteilung heisst.

«Wachsende Bedeutung des Wochenendes»

Ringier-CEO Marc Walder, der den SonntagsBlick selbst einige Jahre als Chefredaktor geleitet hatte, ordnete den Schritt in seiner Eröffnungsrede branchenweit ein: Die verbreitete Auflage der Schweizer Zeitungen habe sich in den letzten 15 Jahren fast halbiert, die Netto-Werbeeinnahmen der Printmedien seien seit 2014 von rund 1,5 Milliarden auf noch 600 Millionen Franken gesunken. «Das neue Kapitel ist nicht einfach eine Spargeschichte, sondern ist effektiv eine neue Publikation, die in die Schweiz kommt», sagte Walder. 

Ein Stellenabbau ist laut der Ringier-Medienstelle nicht geplant. «Die Redaktion bleibt in ihrer heutigen Stärke bestehen», teilte sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Mit dem Ausbau auf 96 Seiten werde die redaktionelle Leistung des Produkts nochmals gestärkt. Dienstpläne und Produktionsabläufe würden aber an den neuen Samstagsrhythmus angepasst.

Ladina Heimgartner, CEO Ringier Medien Schweiz, begründete den Schritt mit der wachsenden Bedeutung des Wochenendes für die Mediennutzung: «Wir glauben an das Wochenende als einen der wertvollsten Medienmomente überhaupt. Unter der Woche dominiert das Tempo. Am Wochenende wollen Menschen verstehen, was die Woche geprägt hat, und gleichzeitig Inspiration für ihre freien Tage finden.»

Reza Rafi, SonntagsBlick-Chefredaktor und künftig Chefredaktor des «Blick fürs Wochenende», sieht darin eine Weiterentwicklung statt eines Bruchs: «Im ‹Blick fürs Wochenende› nehmen wir das Beste des SonntagsBlick mit: grosse Recherchen, exklusive Geschichten und klare Meinungen.»

Für das visuelle Konzept zeichnet Julie Body, AI Creative Director von Ringier Medien Schweiz, verantwortlich. Gedruckt wird weiterhin im «vertrauten magazinartigen» Tabloid-Format, neu auf hochwertigerem, weisserem Papier. «Der ‹Blick fürs Wochenende› soll sich anfühlen wie das Wochenende selbst: grosszügig, überraschend und voller Energie», so Body.

Für Ringier präsentierten beim Event nebst Walder, Heimgartner, Rafi und Body auch Blick-Sportchef Emanuel Gisi und Thomas Passen, Managing Director Ringier Advertising, zentrale Elemente der neuen Wochenend-Publikation. Durch den Abend führte Blick-Moderator Reto Scherrer.

Unter den insgesamt rund 150 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Kultur, Sport und Medien waren zahlreiche bekannte Gesichter auszumachen. Auf der Bühne würdigte Walder unter anderem Alt-Bundesrätin Doris Leuthard, die ehemaligen Profisportler Bernhard Russi und Alex Frei, Moderatorin Christa Rigozzi, On-Mitgründer David Allemann und Musiker Baschi – Persönlichkeiten, die den SonntagsBlick über die Jahre mitgeprägt oder begleitet haben. Mit einem Schmunzeln erzählten einige von ihnen, dass sie das Blatt früher oft erst am Montag erhalten hätten. Das dürfte sich mit der Umstellung auf den Samstag künftig ändern.

Für die Leserschaft soll der Wechsel ohne Unterbruch erfolgen: Alle Blick- und SonntagsBlick-Abonnentinnen und -Abonnenten erhalten den «Blick fürs Wochenende» automatisch, persönliche Informationen zur Umstellung sollen in den kommenden Wochen folgen.

Die letzte Ausgabe des SonntagsBlick erscheint am 27. Dezember 2026. 


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KOMMENTARE

Fabien Gross
11.09.2026 09:17 Uhr
Der ganze Samstag-Sport ist dann online zu finden. Dafür viel Aufgewärmtes im Samstag-Print. Wie viele Grafik-Stellenprozente fallen weg?
Balz Bruppacher
10.09.2026 16:13 Uhr
Das ist neu. Die Einstellung einer Zeitung wird an einem Event gefeiert mit zahlreichen Promis, darunter einer Alt-Bundesrätin.
Ueli Custer
09.09.2026 21:58 Uhr
Sorry, aber die SoBli war lediglich die älteste Sonntagszeitung der deutschen Schweiz. In der Westschweiz erschienen schon Jahrzehnte zuvor zwei Sonntagsausgaben von Tageszeitungen. Zuletzt hiessen sie Le Matin Dimanche und La Suisse Dimanche.
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