18.07.2026

Mediapulse

SRF erreicht Rekord-Marktanteil

Das Schweizer Fernsehen hat im ersten Halbjahr mit 36,3 Prozent den höchsten Marktanteil seit der Messumstellung 2013 erzielt. CH Media meldet für die nationalen Sender ebenfalls Bestwerte bei jüngerem Publikum. Die TV-Nutzung insgesamt bleibt mit 4,6 Millionen täglichen Zuschauenden stabil.
Mediapulse: SRF erreicht Rekord-Marktanteil
SRF-Hauptsitz in Leutschenbach: Das Unternehmen erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Rekord-Marktanteil. (Bild: SRF/Gian Vaitl)

Täglich nutzten im ersten Halbjahr 4,6 Millionen Personen ab drei Jahren TV-Programme, was einer Tagesreichweite von 59 Prozent entspricht – ein Rückgang um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. Die Nutzungsdauer liegt bei 175 Minuten pro Tag und entspricht damit dem Vorjahreswert. Der Anteil der zeitversetzten Nutzung stieg leicht auf 31 Prozent, wie Mediapulse am Freitag mitteilte.

SRF erzielte mit 36,3 Prozent den höchsten Halbjahres-Marktanteil seit der Messumstellung 2013. In der Hauptsendezeit (19 bis 22.30 Uhr) lag der Wert bei 44,2 Prozent, bei den 15- bis 29-Jährigen bei 39,1 Prozent ganztags respektive 42,1 Prozent am Hauptabend. Pro Woche erreichte SRF laut Mitteilung durchschnittlich 3,8 Millionen Personen.

SRF-Programm mit hohen Werten

Die meistgesehene Sendung des Halbjahres war das Eishockey-WM-Finalspiel der Schweiz gegen Finnland mit 1,317 Millionen Zuschauenden (66,5 Prozent) – der höchste Wert für ein Eishockeyspiel seit 2013 (persoenlich.com berichtete). Die Fussball-Nati an der WM erreichte in den Gruppenspielen zwischen 994'000 und 1,079 Millionen Zuschauende.

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana verzeichnete die «Tagesschau» vom 1. Januar mit 1,025 Millionen Zuschauenden (64,7 Prozent) den höchsten Wert einer «Tagesschau»-Hauptausgabe ausserhalb der Pandemiejahre seit 2013. Im Schnitt über das Halbjahr sahen 604'000 Personen die «Tagesschau» (53,6 Prozent). Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina verzeichnete SRF mit 30,6 Prozent Marktanteil den besten Wert seit 2013, die Lauberhorn-Abfahrt kam mit 985'000 Zuschauenden auf den zweithöchsten Wert seit 2013, so SRF.

Abseits der Grossereignisse zeigen die Sendungslisten von SRF 1 und SRF zwei, dass auch das reguläre Programm konstant hohe Marktanteile erzielt. «Schweiz aktuell» kam im Schnitt auf 34,4 Prozent, «SRF Börse» auf 37 Prozent. Die Samstagabend-Sendung «Happy Day» erreichte im Schnitt 43,3 Prozent, «SRF bi de Lüt» kam über alle Ausgaben hinweg auf 34,4 Prozent Marktanteil. Deutlich tiefer liegen die Werte auf SRF zwei, wo Serien und Spielfilme meist einstellige bis niedrige zweistellige Marktanteile erzielen – Ausnahmen bilden Sportformate wie «Sportpanorama» (22,7 Prozent) oder die Champions-League-Highlights (16,9 Prozent).

CH Media meldet Primetime-Rekord

Die nationalen Sender von CH Media (3+, 4+, 5+, 6+, 7+, TV24, TV25, S1) erreichten täglich 929'000 Zuschauende. Abends zwischen 19 und 1 Uhr erzielten sie einen Marktanteil von 9,1 Prozent bei den 15- bis 59-Jährigen, wie es in einer Mitteilung heisst. Im April erreichte die Sendergruppe in der Primetime einen Marktanteil von 16,7 Prozent bei den 15- bis 59-Jährigen – ein Wert, der laut CH Media 27 Prozent über dem bisherigen Rekord aus dem April 2025 liegt und damit den erfolgreichsten Monat seit Bestehen der Sendergruppe markiert.

Das Playoff-Final zwischen Fribourg-Gottéron und Davos vom 30. April erreichte 462'000 Zuschauende und einen Marktanteil von 50,9 Prozent bei den 15- bis 49-Jährigen – laut CH Media ein neuer Bestwert für National-League-Übertragungen. «Sing meinen Song» erreichte über die siebte Staffel mehr als eine Million Personen, die Swiss Music Awards kamen auf zwölf Prozent Marktanteil bei den 15- bis 59-Jährigen.

«Mit attraktivem Live-Sport, vielfältiger Unterhaltung und aufwändigen Eigenproduktionen haben wir im ersten Halbjahr 2026 erneut ein breites Publikum erreicht – dies trotz Konkurrenz durch zahlreiche internationale Grossevents», wird Malte Probst, Leiter TV National bei CH Media, zitiert.

TeleZüri und Tele M1 mit starker Marktposition

TeleZüri erreichte in der 18-Uhr-Stunde einen Marktanteil von 12,6 Prozent im Versorgungsgebiet und verzeichnete mit 312'000 Personen die höchste Tagesreichweite seit 2022. Der «SonnTalk», ausgestrahlt auf TeleZüri, Tele M1, Tele 1, TeleBärn und TVO, erreichte im ersten Halbjahr laut eigenen Angaben über 1,8 Millionen Personen.

«Die steigenden Publikumszahlen bestätigen die führende Marktposition von TeleZüri», so Oliver Steffen, TV-Chefredaktor von CH Media.

Tele M1 hielt die Tagesreichweite mit 172'000 Personen konstant. In der 18-Uhr-Stunde stieg der Marktanteil um 31 Prozent auf 10,6 Prozent. Die Nachrichtensendung erreichte im Schnitt 82'000 Zuschauende, ein Plus von 11 Prozent. Laut Bakom-Leistungsmessung erfüllte Tele M1 mit 276 Minuten eigenproduzierter regionaler Information die Konzessionsvorgabe von 150 Minuten deutlich.

«Wir bieten unserem Publikum Tag für Tag relevante Geschichten aus der Region», lässt sich Stephan Gassner, Chefredaktor von Tele M1, zitieren.

TVO und Tele 1 mit höchsten Werten seit zehn Jahren

Tele 1 erreichte eine Tagesreichweite von 156'000 Personen – der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre, wie es in einem Communiqué der NZZ Regionalmedien heisst. Der Marktanteil in der 18-Uhr-Stunde stieg um 13 Prozent auf 8,3 Prozent. Die Schwingberichterstattung erreichte 432'000 Personen, das Luzerner Kantonalschwingfest kam auf 49,2 Prozent Marktanteil. Die Fasnachtsberichterstattung erreichte insgesamt 692'000 Personen, die Tagwache 58,3 Prozent Marktanteil.

TVO erreichte eine Tagesreichweite von 104'000 Personen, ebenfalls der höchste Wert seit zehn Jahren. Der Marktanteil in der 18-Uhr-Stunde blieb mit 5,5 Prozent stabil. Die Pressekonferenz zur Führungskrise des FC St. Gallen erzielte 33,2 Prozent Marktanteil.

Gemäss Bakom-Leistungsmessung erreichte TVO 208 Minuten eigenproduzierte regionale Information pro Woche, Tele 1 171 Minuten – beide Sender übertreffen damit die Konzessionsvorgabe von 150 Minuten.

«Wir werden unserer Verantwortung als regionaler Informationsanbieter jeden Tag gerecht», so Marco Latzer, Chefredaktor von TVO. Matthias Oetterli, Chefredaktor von Tele 1, ergänzt: «Regionaljournalismus lebt von Nähe, Glaubwürdigkeit und Präsenz vor Ort.» (pd/cbe)


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