Tamedia arbeitet an sogenannten «Limited Abos» für Leserinnen und Leser mit selektivem Interesse an bestimmten Themen. «Wir sind dabei, das attraktivste digitale Bezahlangebot der Schweiz zu bauen», sagte Peppel-Schulz in einem langen Interview mit der österreichischen Zeitung Der Standard. Derzeit stammten rund 85 Prozent der Einnahmen aus dem Print-Geschäft. Bis in spätestens fünf Jahren strebe man einen «gesunden Mix» von 60 Prozent Print und 40 Prozent Digital an.
Rückenwind liefert die Werbevermarktung: Seit diese Anfang 2025 als Tamedia Advertising wieder ins Haus geholt wurde, sei das digitale Werbegeschäft um 30 Prozent gewachsen – «in einem Markt, der insgesamt schrumpft». Auch die digitale Reichweite steige messbar: Der Google-Traffic sei in sechs Monaten um 40 Prozent gestiegen, die Google-Sichtbarkeit markenübergreifend in zwölf Monaten um 140 Prozent gewachsen. Strategisch zähle aber nur eines: «das Abonnement».
Was die Transformation für die Redaktionen heisst, wird sich bald zeigen: Die 2023 ausgesprochene Beschäftigungsgarantie für die Journalistinnen und Journalisten läuft Ende September aus. Absolute Garantien für die Zukunft könne sie nicht geben, so Peppel-Schulz: «Aber unser Fokus liegt klar auf Wachstum mit wirtschaftlich nachhaltigem, unabhängigem Journalismus.» (nil)

