17.04.2026

SRF

Über 170 Zuschriften nach Fischer-Enthüllung

Nach der Freistellung des Eishockey-Natitrainers sieht sich auch der Sender mit heftigen Reaktionen konfrontiert. Schutzmassnahmen für den verantwortlichen Redaktor sind laut SRF aber nicht nötig.
SRF: Über 170 Zuschriften nach Fischer-Enthüllung
Patrick Fischer ist als Nationaltrainer per sofort freigestellt worden. (Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi)

Die Recherche von SRF-Redaktor Pascal Schmitz zur Urkundenfälschung von Natitrainer Patrick Fischer hat hohe Wellen geschlagen – auch im Postfach des Senders. Wie SRF auf Anfrage mitteilt, gingen nach der ersten Berichterstattung rund 50 Zuschriften ein. Nach der Freistellung Fischers durch den Eishockeyverband am Mittwoch folgten weitere rund 120 (Stand Donnerstagmittag). Die Rückmeldungen entsprächen «weitgehend den Reaktionen auf Social Media», so eine SRF-Sprecherin.

Insbesondere in Kreisen von Corona-Massnahmenkritikern ist der Zorn gross. Auf sozialen Medien wurde Schmitz teils heftig beschimpft und bedroht. Besondere Schutzmassnahmen für den Redaktor seien derzeit aber nicht ergriffen worden, teilt der Sender mit. Bedrohungen würden an die interne Abteilung Sicherheit weitergeleitet und dort beurteilt. Ob Anzeigen erstattet werden, lässt SRF offen: «Darüber hinaus macht SRF keine weiteren Angaben.»

Fischer war 2023 per Strafbefehl wegen Urkundenfälschung verurteilt worden – er war mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele 2022 in Peking gereist. Ins Rollen kam die Affäre, weil Fischer bei Dreharbeiten zu einem SRF-Porträt ungefragt von der Fälschung erzählte. Der Sender recherchierte daraufhin und konfrontierte ihn am Montag mit den Ergebnissen – Fischer ging noch am selben Abend selbst an die Öffentlichkeit. Am Mittwoch stellte der Verband den langjährigen Nationaltrainer per sofort frei (persoenlich.com berichtete).


Newsletter wird abonniert...

Newsletter abonnieren

Wollen Sie Artikel wie diesen in Ihrer Mailbox? Erhalten Sie frühmorgens die relevantesten Branchennews in kompakter Form.

Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Jürg Probst
21.04.2026 22:12 Uhr
Die Sache hätte durch die Führung des Eishockey Verbandes unmittelbar nach der Verurteilung von Herrn Fischer geklärt werden müssen. Es kann mir ja niemand sagen, dass das Management davon nichts gewusst hatte. Wenn es so war, hat die Leitung auf ganzer Linie versagt. Verlierer sind vor allem der Sport und die Fans. Über die Art und Weise, wie das jetzt kurz vor der WM an die Öffentlichkeit gelang, kann man nur sagen: PFUI!
Urs Steffen
18.04.2026 13:26 Uhr
Man kann nur sagen traurig traurig was Herr Schmitz hier geleistet hat! Herr Fischer hätte nach der WM sowieso gehört, warum hat der Hockey Verband nicht soviel Eier über dem zu stehen! Insofern Herr Fischer verurteilt und bestraft worden ist.... Herr Schmitz hat eine erfolgreiche WM gerade zu Hause in der Schweiz vereitelt und ist noch stolz darauf! Schämen Sie sich aufs tiefste Herr Schmitz wie auch der Hockey Verband! Ich habe sämtliche Billete als grosser Fan weitergegeben, ich will kei Debakel erleben! Ich kann nur eines sagen DANKE Herr Fischer für Ihre grossartige Leistung, denn DUESEN Abgang haben SIE nicht verdient!!!
Toni Holdener
18.04.2026 09:24 Uhr
Wieder einmal typisch unsere Medien , bestrafen müsste Alain Berset der solch ein Zertifikat einführte. Und wenn die Spieler Eier hätten, würden sie zu Patrick Fischer stehen und verlangen, wir spielen nur, wenn Patrick Fischer uns durch die bevorstehende WM puscht. Wer ohne Sünde ist, wirft den ersten Stein stand eimal in unserer Vorgeschichte.
Paul Bissegger
18.04.2026 09:15 Uhr
Pascal Schmitz hat alles richtig gemacht. Fischer hat sich selber ins Knie geschossen. Bei ihm gilt Dummheit kommt vor dem grossen Fall. 3x nicht Weltmeister zu werden kann die Schweiz auch mit einem anderen Trainer. Wer Fischer verteidigt akzepiert Lügerei, Betrügerei und missachtet unsere Grundwerte.
Werner Rieder
17.04.2026 23:03 Uhr
Diese Enthüllungen hätten vor der Halbierungs Initiative veröffentlicht werden sollen! Gute Nacht SRF
Toni van IJzendoorn
17.04.2026 20:11 Uhr
Man stelle sich vor: Da stellt sich heraus, dass ein Hockeyspieler seinen CV gefällscht hat. Wie glaubhaft ist ein Coach der eine Disziplinarmassnahme gegen einen solchen Fälscher durchsetzen muss, nachdem er selber....?
Rolf Rohrbach
17.04.2026 19:34 Uhr
Viele Jahre super Arbeit gemacht, und das ist der Dank. Es gibt viele andere wichtige Leuthe wo auch Treck am stecken hat und da schaut mann einfach wegg. Schade!!! Danke Patrick Fischer für deine Arbeit
Eveline Meier
17.04.2026 19:07 Uhr
Schon spannnend, wie viele selbsternannte Journalismusexperten es plötzlich gibt. Schmitz hat nur seinen Job gemacht. Fischer ist der Lügner.
Otto Schwarzentruber
17.04.2026 19:01 Uhr
Ich hoffe dass Herr Schmitz noch größeren Druck auf sich selbst ausgeübt hat. Denn eine fristlose Kündigung von SRF ist nur eine logische Folgerung. Wenn nicht seit Ihr alle die gleichen Nestbeschmutzer…….: SRF ist für mich gestorben
Markus Zeller
17.04.2026 18:50 Uhr
Ich habe das Interview mit Herrn Schmitz im SRF in der Tageschau gesehen. Herr Schmitz hatte überhaupt keine Veranlassung dazu der Fall war abgeschlossen er hat dem Schweizer Sport schweren Schaden zugefügt. Er hat den Journalisten Ehrekodex verletzt und SRF sollte Herrn Schmitz fristlose entlassen
Martin s Stauffenegger
17.04.2026 17:58 Uhr
Ich finde das traurig er hat ca 10 Jahre für die Nati sensationelle Resultate geholt ich bin ein grosser Fan Patrick Fischer und das hat er nicht verdient, jeder hat eine 2 Chance verdient auch Patrick Fischer / Bitte das gut überlegen oder zusammen sitzen und eine gute Lösung finden.!!!!!?????????????????
Werner Vetterli
17.04.2026 17:24 Uhr
Wahre Geschichte die das Leben schrieb. Ein Versuch einer Gesetzesübertretung, die nachfolgend nun eine Auswirkung hat. Man kann sich nicht immer nur die Loorbeeren zuschanzen, man muss auch zu den eigenen Fehlern und Konsequenzen stehen. Jedermann ausnahmslos. Bei Diebstahl und bei Urkundenfälschung.
Mario Segattini
17.04.2026 15:23 Uhr
Ganz einfach. KEIN Hockeyspiel auf SRF (Schweizer RAUCH Fernseher) schauen. Ich werde nicht ein Spiel anschauen. Mir ist die Lust auf Hockey (WM) vergangenen.
Hans Ricklin
17.04.2026 14:03 Uhr
Auch wenn es eine traurige Geschichte ist und ich die sportlichen Leistungen von Patrick Fischer hoch einschätze, geht es nicht, dass man sich als Vorbild der Sportlerinnen und Sportler so verhält, wie es P. Fischer getan hat. Und wenn man dann noch ausplappert sollten nicht andere (Medien etc.) die Schuld tragen. Der Entscheid des Verbandes ist daher völlig richtig und durfte nicht anders sein.
Robert Winter
17.04.2026 12:01 Uhr
Die ganze Stimmung und vor Freude ist getämpft es fehlt etwas und dass ist Patrick Fischer. Man hätte warten können bis nach der WM und zusammen Sitzen und dann eine Entscheidung treffen. Die ganze Sache stinkt zum Himmel.
Marc Fasel
17.04.2026 06:56 Uhr
Jeden Tag liest man in verschiedenen Zeitungen was auf der Welt passiert ist. Journalisten jagen die Promis für die nächste Geschichte. Man merkt in den letzten Jahren dass die Qualität sehr nachgelassen hat. An was kann das liegen? Wird den Journalisten nicht beigebracht dass Sie mit einem kleinen Text viel bewirken. Dass wegen einem Text Personen den Job verlieren oder solchen Druck von aussen bekommen dass sie sich selber verletzen oder angegriffen werden? Fällt nur mir auf dass viel Artikel nur viel Text drin hat aber keine relevanten Inhalt. Wenn ich dieses Thema "Fischer" lese, bestätigt es mir wieder das ein notgeiler Journalismus die Welt verändert oder zumindest das Leben anderer. Warum wird nicht auch das leben des Journalisten verändert? Warum darf er weiter Arbeiten? Warum entschuldigt sich ein Journalist nicht für das was er angerichtet hat? Warum fragt kein anderer Journalist nicht Herrn Schmitz ob er jetzt seinen Job los sein wird. Oder ob er schon konzequenzen von seinem Arbeitgeber erhalten hat? Denn er hat ein sehr schlechtes IMAGE für SRF gemacht, was absolut eine Freistellung ermöglicht. Tja. Ich muss mich wohl damit abfinden dass so viele Journalisten machen können wie sie wollen und die Welt verändern ohne dass sie die Konsequenzen tragen müssen. Schade.
Hofstetter Bruno
16.04.2026 23:52 Uhr
Eigentor SRF Sehr geehrte Damen und Herren Wie viele Eishockey-Fans in der Schweiz bin ich verärgert über die Veröffentlichung rund um die Covid-Zertifikatsaffäre von Patrick Fischer, weil Unruhe auch immer Erfolg gefährdet. Mit diesem Artikel hat die Sportredaktion von Schweizer Radio und Fernsehen mit Pascal Schmitz der eigenen Sache einen Bärendienst erwiesen. Der Zeitpunkt ist äusserst unglücklich: Kurz vor der Heim-WM wird die Euphorie gebremst und die Vorfreude vieler Millionen Fans spürbar gedämpft. Weniger Begeisterung bedeutet letztlich auch weniger Zuschauer – und damit geringere Reichweiten und Einnahmen für SRF selbst. Es stellt sich daher die berechtigte Frage, weshalb man mit dieser Veröffentlichung nicht bis nach dem Turnier zugewartet hat. Hinzu kommt ein langfristiger Schaden: Das Vertrauensverhältnis zu Sportlerinnen  und Funktionären ist gestört. In künftigen Interviews werden sie sich verständlicherweise zurückhaltender äussern. Damit verliert der Sportjournalismus an Tiefe und Authentizität. War es das wirklich wert? Freundliche Grüsse B. Hofstetter
Raphael Weber
16.04.2026 21:33 Uhr
Da ist er wieder, dieser Fingerpoint- Sensationsjournalismus, der wieder das nächste arme Schwein seit 3 Tagen durch die medialen Abgrundgassen treibt. Hofft einfach, dass nie herauskommt, was sich welcher Journalist oder Politiker unrechtmässig wie beschafft hat. Welche Rolle Politik sowie die Medien während Covid hatten und offenbar heute immer noch haben ist bekannt. Aber ein ebenso energisches aufarbeiten oder über die RKI-Files, Testverfahren, Statistiken oder Impfstoffbeschaffung herrscht ohrenbetäubendes schweigen...
Michel Rubin
16.04.2026 18:15 Uhr
Wie das SRF richtig sagt. Wäre es später rausgekommen. Und das SRF hätte nichts gesagt, wie wäre dann die Reaktion gewesen.
Kommentarfunktion wurde geschlossen

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.

Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören