Ursula Gabathuler, Beat Soltermann, wie sieht die Arbeitsteilung der neuen CR Audio/Digital aus (persoenlich.com berichtete)?
Beat Soltermann: Wir sind beide für den gesamten Bereich zuständig. Wir bringen unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen in die Co-Leitung ein. Und genau davon wird die neue Abteilung profitieren.
Werden Sie beide in Bern und Zürich arbeiten oder ist eine Person mehr in Bern präsent und die andere stärker in Zürich?
Ursula Gabathuler: Wir werden beide an beiden Standorten arbeiten. Offizieller Arbeitsort ist für beide in Bern, aber wir werden auch in Zürich ein Büro haben.
Was muss man sich unter «direktere Anbindung des SRF-Standortes in Bern an die digitale Transformation» genau vorstellen, die mit der neuen Struktur erreicht werden soll?
Ursula Gabathuler: Mit der neuen Abteilung werden die Verbindungen zwischen Bern und Zürich enger. Es gibt mehr Kooperationsmöglichkeiten und mehr Potenzial für kanalübergreifende Angebote. Und der Standort Bern gewinnt für die Journalistinnen und Journalisten an Attraktivität, weil sie mit Audio und Digital ein vielfältigeres Tätigkeitsfeld bekommen.
Sollen Radiosendungen, die in Bern produziert werden, wie das «Echo der Zeit», «Rendez-vous» oder «Tagesgespräch», stärker als digitale Marken positioniert werden?
Beat Soltermann: Gewisse Radiosendungen sind bereits digitale Marken. Denken wir nur ans «Echo der Zeit», das aus der digitalen Welt als der meistgehörte Podcast von SRF mit eigenem Newsletter nicht mehr wegzudenken ist.
«Wir bringen beide viel Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von digitalen Angeboten mit»
Sie sind beide über Fünfzig und in Ihrer neuen Funktion auch verantwortlich für junge Onlineformate. Warum können Sie das?
Beat Soltermann: Wir bringen beide viel Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von digitalen Angeboten mit. Unsere Teams produzieren bereits heute auch junge Formate. Bei Ursula etwa «Impact» oder «SRF News» auf Instagram.
Ursula Gabathuler: Und bei Beat sind dies die Webseiten der Radioprogramme oder der Instagram-Feed von SRF 3. Wir sind beide digital affin und offen für guten Journalismus und zeitgemässe Erzählformen.
Wird mit der Schaffung der neuen Abteilung der Fokus des Informationsangebots stärker auf Audio/Digital ausgerichtet?
Ursula Gabathuler: Nein, alle drei grossen journalistischen Formen – Video, Audio und Online – werden auch künftig eine zentrale Rolle spielen. Die Zusammenlegung von Audio und Digital hat keine Schwächung der Videoangebote zur Folge.
SRG und auch SRF wird aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren sparen müssen. Wo sehen Sie im Bereich Audio/Digital Sparpotenzial?
Beat Soltermann: Die Zusammenlegung der beiden Abteilungen erfolgt nicht, um zu sparen. Aber die Situation um uns herum verändert sich laufend. Es ist uns bewusst, dass die Medienwelt in ein paar Jahren anders aussehen wird. Daran wird sich auch die neue Chefredaktion Audio/Digital anpassen.

