Die Zustellung von abonnierten Zeitungen soll auch künftig zum Grundauftrag der Post gehören. Dieser Ansicht ist der Verlegerverband Schweizer Medien (VSM). Er hat am Freitag kritisch auf Vorschläge einer Expertenkommission zu einer Postreform ab 2030 reagiert.
Der Verband zeigte sich in einer Mitteilung besorgt, dass die Expertenkommission die Zeitungszustellung künftig nicht mehr zum Grundversorgungsauftrag der Post zählen will. Die tägliche Zustellung von Printmedien sei von demokratierelevanter Bedeutung und müsse unbedingt beibehalten werden. Viele Menschen seien tagtäglich auf Informationen aus den Printmedien angewiesen. «Im Jahr 2020 wurden 964 Mio. Exemplare durch die Post befördert. Dies schwergewichtig in den ländlichen Gebieten der Schweiz, in welchen keine Frühzustellung durch Drittanbieter erfolgt. Die Post stellt so sicher, dass alle Teile der Bevölkerung täglich Zugang zu hochwertigem Journalismus erhalten», schreibt Geschäftsführer Stefan Wabel im Namen des VSM in einer Mitteilung.
Die Post muss heute Abonnentinnen und Abonnenten ihre Tages- oder Wochenzeitung während sechs Tagen der Woche bis spätestens um 12.30 Uhr nach Hause liefern. Im Jahr 2020 wurden 964 Millionen Exemplare durch die Post befördert. Schwergewichtig passiert dies in ländlichen Gebieten, wo es keine Frühzustellung durch Drittanbieter gibt. Verleger und Post schätzen, dass auch nach 2030 pro Jahr noch über 600 Millionen Zeitungsexemplare befördert würden.
Trotz rückläufiger Auflagen der abonnierten Zeitungen sei die Annahme falsch, dass künftig die Zustellung von gedruckten Zeitungen nicht mehr einem Bedürfnis entsprechen würde, schrieben die Verleger. Der Anteil der gedruckten Auflage sei bei den meisten Tages- und Wochenzeitungen nach wie vor deutlich höher als der Anteil digital vertriebener Exemplare. (sda/mj)

