25.07.2026

Il Mattino della domenica

Zeitung distanziert sich von Claudio Zali

«Sein Schweigen schadet unserer Bewegung», titelt das Wochenblatt auf Seite drei seiner aktuellen Ausgabe. Auch eine von Chefredaktorin Antonella Bignasca verfasste Kolumne lässt keinen Zweifel an der Haltung der Lega-nahen Zeitung.
Il Mattino della domenica: Zeitung distanziert sich von Claudio Zali
Claudio Zali, Präsident des Tessiner Staatsrats, steht seit Tagen in der Kritik. (Bild: Keystone/Ti-Press/Francesca Agosta)

Die der Lega nahestehende Wochenzeitung Il Mattino della domenica distanziert sich vom in die Kritik geratenen Präsidenten des Tessiner Staatsrats. Claudio Zali wird seit der Veröffentlichung einer Tonaufnahme, in welcher der Politiker zu Gewalt gegen eine Frau aufruft, und weiterer Anschuldigungen zum Rücktritt gedrängt. Der Skandal, der das Tessin seit vergangenem Mittwoch erschüttert, sorgt in der Schweiz und bis ins benachbarte Italien für Aufsehen.

In der Zeitung Il Mattino della domenica schaffte es die Affäre jedoch nicht auf die Titelseite. Nur zwei Leitartikel auf Seite drei widmen sich dem Thema, unter den Überschriften «Das Schweigen, das der Lega schadet» und – verfasst von der Chefredaktorin Antonella Bignasca – «Zali: Le Mattino hat bereits entschieden».

Zali «den Grünen näher»

Die 1990 von Giuliano Bignasca und dem Journalisten Flavio Maspoli gegründete Wochenzeitung ist nicht das offizielle Organ der Lega, stehe ihr aber nahe, verkündet die Herausgeberin und erinnert daran, dass seit einigen Wochen die Unterschrift von Zali nicht mehr in den Spalten der Wochenzeitung erscheine, was kein Zufall sei.

Die Wochenzeitung distanziert sich somit vom Präsidenten des Tessiner Staatsrats, nicht nur wegen der jüngsten Skandale, in die er verwickelt ist. Eine Rolle spielt auch die Tatsache, dass Zali oft betont habe, er stehe den Grünen näher als der SVP, einer mit der Lega verbündeten Partei.

Sollte die für den 31. Juli geplante Versammlung der Lega dennoch beschliessen, seine Kandidatur für die Kantonswahlen im April 2027 vorzuschlagen, werde der Mattino diese nicht unterstützen, so Antonella Bignasca.

Auch in Italien gibt es Reaktionen

In Italien widmete die Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera in ihrer Freitagsausgabe der Zali-Affäre vier Spalten. Sie geht auf die auf Instagram gepostete Audioaufnahme ein, in welcher der Politiker zu Gewalt gegen eine Stalkerin aufruft.

Der Autor des Artikels erinnerte zudem daran, dass gegen Zali ein Strafverfahren der Tessiner Staatsanwaltschaft läuft, weil er sich für einen Minderjährigen, den Sohn einer Freundin, eingesetzt hatte, der in einen Fall von Gewalt und Freiheitsberaubung gegen einen anderen Jugendlichen verwickelt war. (sda/cbe)


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