TV-Kritik

Kilchsperger bei Teleclub in Hochform

Nach einem langen Fussballabend ist für mich klar: Teleclub hat gut eingekauft. Roman Kilchsperger als Champions-League-Moderator ist für den Bezahlsender ein Gewinn. Gilt auch für die Experten. Sechs Stunden gabs am Dienstagabend von der Fussball-Königsklasse. Ab 18 Uhr wurden die Zuschauer auf das Spiel Juventus-YB eingespielt. Im topmodernen Studio in Volketswil plauderte der bestens vorbereitete und wie gewohnt gut aufgelegte Kilchsperger locker vom Hocker mit den Spezialisten Rolf Fringer, Pascal Zuberbühler und Gast Bernhard Heusler über die bevorstehende Begegnung. Fringer hatte mit seinen Analysen am meisten beizutragen. Ich vermisste Marcel Reif, den Besten. Erfrischend: Die Berichte und Interviews aus Turin von der Bernerin Natalie Barros (früher TeleBärn).

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Dani Wyler (war fast 30 Jahre SRF-Fussballreporter) kommentierte danach das Spiel. Juventus brauchte Ronaldo nicht. Der Superstar konnte sich auf der Tribüne erholen. Die Italiener schlugen die chancenlosen Berner 3:0. Fascht es Familie: um 20.30 Uhr meldete sich Wylers Sohn Gianni aus der Zürcher Laborbar. Mit den überzeugenden Experten Urs Meier und Mladen Petric bereitete er die Zuschauer auf den Match Bayern-München gegen Ajax Amsterdam vor. Dieser war im Free-TV zu sehen. Mit Michael Fritschi hörten wir einmal mehr einen fachkundigen Kommentator. Allerdings: Bei seinem Hochdeutsch besteht reichlich Optimierungsbedarf. Zuschauerfreundlich: Nach den ersten 45 Minuten ging es direkt zur Kurzanalyse von Gianni Wyler & Co. Der Werbeblock folgte erst kurz vor der zweiten Halbzeit. 

Für hartgesottene Fussballfans und Nachteulen übernahm ab 23 Uhr noch einmal Roman Kilchsperger mit seiner Expertenrunde: In der Rubrik «Alle Spiele, alle Tore» wurden die Partien des Abends zusammengefasst und analysiert. Es gibt wenig zu meckern: Fussball auf Teleclub macht Spass.

Und zum Schluss noch dies: Ausser den Chefs am Leutschenbach weiss bis heute kein Mensch, warum Roman Kilchsperger nie eine Chance in der SRF-Sportabteilung bekommen hat. Sicher ist: Der Sender hat damit eine Chance vertan.


 

 


René Hildbrand
René Hildbrand ist Journalist, langjähriger Fernsehkritiker und Buchautor. Während 27 Jahren war er für «Blick» tätig, danach Chefredaktor von «TV-Star».

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KOMMENTARE

Victor Brunner
06.10.2018 08:50 Uhr
Sehr liebevoller Kommentar von René Hildbrand, Roman wird das bestimmt mit Freude zur Kenntnis genommen haben. Dabei ist das Ganze peinliich, Fussball ist Sport und hat eine Aura, Walter Benjamin nennt das dsas "hier und jetzt". Nun wir Fussball vorkommentiert, in der Pause kommentiert und nach dem Spiel zerrredet. Damit ist der Moment weg und Fussballdeppen werden mit "Informationen " von "Experten" gefüttert die nichts bringen. Nach dem Spiel ist Ende des Spiels und die Punkte verteilt!
Heinz Bohli
03.10.2018 12:05 Uhr
Fadegrad und ein richtiger Fan. Roman macht das erfrischend gut. Bin neu bei Teleclub und Kilchsperger rechtfertigt einen Teil des Obolus. Erfreulich die Teilnahme von B. Heusler. Seine Sicht der Dinge konnte dle SRG nie einbringen. Fazit: Teleclub, Job gut gemacht.
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