Schon mal vorweg gebe ich sehr gerne zu: Ich bin ein Fan von Viola Tami. Diese Frau kann singen, tanzen, schauspielern. Sie moderiert (Radio und TV), als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Sie hat natürlichen Charme und Witz. Das erarbeitete sich das Multitalent alles selber. Die Zürcherin hat es unabhängig geschafft. Das Fernsehen musste sie nur noch abholen. SRF tat dies zum Glück. Heute ist Allrounderin Tami der grösste weibliche Moderations-Star in der Schweizer TV-Unterhaltung seit Sandra Studer.
Am Samstag war Premiere der fünfteiligen Eventsendung «Ich schänke dir es Lied». Eine sehr emotionale Show mit zehn rührenden und berührenden Liebesgeschichten und Liedern, die den betroffenen und vom Fernsehen überraschten Menschen etwas Besonders bedeuten. Titel, die zu den gezeigten Historien passten.
Musikalisch dargeboten von Marc Sway über Nicole Bernegger bis Florian Ast, Baschi, Bastian Baker oder unnötigerweise vom Deutschen Nino de Angelo, der seit Jahren weit häufiger mit seinen privaten Eskapaden als mit seinem Gesang für Schlagzeilen sorgt. Diese im Ausland erfundene Show ist ein «Happy Day» ohne Million. Nur: Bei Viola Tami (diesmal überschminkt) wird viel mehr geheult als bei Röbi Koller. Es war ein Samstagabend mit Tränen, Tränen, Tränen. Provoziert künftig bitte etwas weniger Seelenblut, ich bin selber nahe am Wasser gebaut.
Nach 22.30 Uhr endete die Sendung viel zu spät. 100 Minuten wären das höchste der tiefen Gefühle. Ärgerlich einmal mehr die Werbeunterbrechung samt anschliessendem Trailer. Die von Top-Regisseur Paul Fischer perfekt umgesetzte Show hat aber gezeigt, dass SRF nicht die Bodensee-Arena mieten und die Mitarbeitenden auswärts übernachten lassen muss, um gelungene Samstagabend-Unterhaltung zu produzieren.


TV-Kritik
Viola Tami ganz gross