SwissMediaCast gibt die DAB+-Konzession im Tessin per 31. März 2026 aus wirtschaftlichen Gründen zurück, heisst es in einer Mitteilung.
Das Unternehmen hatte die Konzession 2020 auf Nachfrage der Deutschschweizer Radioveranstalter beantragt. Am 15. Dezember 2020 nahm SwissMediaCast die ersten sechs von total acht Sendern in Betrieb und ermöglichte damit ein unterbruchfreies Radioerlebnis von Basel bis Chiasso, sowohl über die Gotthard- als auch über die San-Bernardino-Route. Der Tessiner Layer konnte zunächst 15 von 18 Sendeplätzen besetzen. In den Folgejahren zogen sich einzelne Veranstalter wegen fehlender Reichweite und unerreichter Kommerzialisierungsziele zurück, weitere Sendeplätze wurden infolge von Insolvenzen frei.
CEO Bernhard Schmid bezeichnet den Schritt als «ehrliche Standortbestimmung». Für die verbleibenden Veranstalter im Tessin werde eine Lösung gesucht: «Die Versorgung im Tessin ist mit Digris und der SRG weiterhin sichergestellt – für die verbleibenden Veranstalter suchen wir zudem eine stabile Lösung.»
SwissMediaCast prüft derweil Optimierungen in der Ostschweiz und im Wallis. Das Unternehmen plant, baut und betreibt weiterhin eigene DAB+-Rundfunknetze in der Deutschschweiz. Schmid sieht DAB+ als «stabiles, energieeffizientes Fundament der Medienvielfalt» und verweist auf die Bedeutung der digitalen Radioinfrastruktur angesichts der SRG-Sparmassnahmen: Wenn die SRG Sendeplätze aufgebe, entstünden Räume, «das kann für unabhängige und lokale Veranstalter eine Chance sein, wenn die Infrastruktur vorhanden ist». (pd/cbe)

