Die Telekomfirma Swisscom hat eine weitere Ausgabe ihres jährlichen «Cybersecurity Threat Radar» veröffentlicht. Der Bericht, der auf internen Lageeinschätzungen der Swisscom-Sicherheitsexperten basiert, identifiziert staatlich motivierte Cyberangriffe, Schwachstellen in Software-Lieferketten, unkontrolliert eingesetzte KI-Systeme sowie die Sicherheit von Operational-Technology-Systemen (OT) als zentrale Herausforderungen. Neu in den Radar aufgenommen wurde der Begriff «Hybrid Warfare» – die Verbindung klassischer militärischer Mittel mit Cyberangriffen, Desinformation und politischer Einflussnahme. CSO Marco Wyrsch lässt sich in der Publikation zitieren, die Entwicklung zeige, wie eng physische und digitale Sicherheit mittlerweile verknüpft seien.
Als zunehmend kritisch bewertet der Bericht auch die Abhängigkeit von Cloud-Ökosystemen sowie den unkontrollierten Einsatz nicht autorisierter KI-Tools. OT-Systeme in Produktion und Infrastruktur seien trotz steigender Vernetzung vielfach unzureichend geschützt – dieses Thema gehöre auf die Agenda der Geschäftsleitungen. Rückläufig eingestuft wird Ransomware; hingegen nehmen KI-gestützte Angriffe und Identitätsdiebstahl zu.
Swisscom veröffentlicht den Bericht seit 2021 jährlich. Die thematischen Schwerpunkte haben sich dabei merklich verschoben: Dominierten in den frühen Ausgaben Ransomware, Fachkräftemangel und hybride Cloud-Risiken, rückte die Ausgabe 2024 KI-gestützte Angriffe und Desinformation ins Zentrum. Die Ausgabe 2025 thematisierte erstmals explizit Shadow AI und die psychische Belastung von Security-Teams als eigenständige Risikofaktoren. Die aktuelle Ausgabe 2026 setzt den Akzent stärker auf geopolitisch motivierte Bedrohungen und die Konvergenz von digitaler und physischer Sicherheit – ein Reflex auf die veränderte globale Sicherheitslage.
Der Bericht ist eine Eigenproduktion von Swisscom Group Security. Das Unternehmen vertreibt selbst Cloud-Lösungen mit Datenhaltung in der Schweiz – also genau jene Art von Infrastruktur, die der Radar als Mittel gegen Cloud-Abhängigkeiten und Souveränitätsrisiken empfiehlt. (pd/nil)

