Ein Jahr nach dem 50. Jubiläum zeigt das Solothurner Filmfestival erneut, was die Schweizer Filmschaffenden an lobenswerten Dokumentar- und Spielfilmen zu bieten haben. Vom 21. bis am 28. Januar 2016 wartet das Festival mit 187 Werken, darunter 12 Langfilmdebüts auf – und verspricht noch mehr Preisgeld in einzelnen Wettbewerbs-Kategorien.
18 Weltpremieren, drei Europapremieren und acht Schweizer Premieren aus allen Landesteilen werden in der Werkschau "Panorama Schweiz" gezeigt, wie Seraina Rohrer, Direktorin der Solothurner Filmtage, am Dienstag in Zürich vor den Medien sagte. Bereits bekannt war der Eröffnungsfilm "Die Schwalbe" von Regisseur Mano Khalil.
Das Drama, das in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset erstmals gezeigt wird, ist als einziger Spielfilm für den "Prix de Soleure" nominiert. Zu den weiteren acht Anwärtern auf den mit 60'000 Franken dotierten Hauptpreis gehören die Schweizer Dokumentarfilme "Das Leben drehen – wie mein Vater versuchte, das Glück festzuhalten" von Eva Vitija und "Fragments du Paradis" von Stéphane Goël.
Aus 643 eingereichten Werken, sind 74 Spiel- und Dokumentarfilme sowie 91 Kurzfilme und 17 Musikclips ausgewählt worden. Aus dieser Auswahl, die laut Seraina Rohrer in etwa gleich umfangreich ist wie im Vorjahr, hob sie unter anderem Werner Schweizers "Offshore – Elmer und das Bankgeheimnis", die Geschichte des Whistleblowers Rudolf Elmer, hervor.
Zu den Weltpremieren zählen aber auch "Pipeline" von Gabriel Bonnefoy – der Film handelt von Eliott, der in Alaska eine Pipeline untersuchen soll und sich dabei in Natur und Einsamkeit verliert. Oder der laut Rohrer "politisch unkorrekte" Streifen "The Holycoaster S(hit) Circus" von Dennis Schwabenland und Sascha Engel.
Kantige Filme, starke Darsteller
Vier der insgesamt zehn für den mit 20'000 Franken dotierten "Prix du Public" nominierten Filme drehen sich im Wesentlichen um Frauenfiguren – darunter "Lina" von Michael Scherrer oder "Le temps d'Anna" von Greg Zglinski (beides Weltpremieren).
Mit Ursina Lardi liegt auch die Rubrik "Rencontre" in weiblicher Hand. Die Schauspielerin wird sich in Gesprächen mit Weggefährten wie dem Schauspieler Devid Striesow ("Nichts passiert") unterhalten. Ausserdem werden zwölf ihrer Filme präsentiert, darunter "Traumland" (1999), "Unter der Haut" (2015) und "Das weisse Band" (2009).
In der Rubrik "Histoires du cinéma suisse" widmen sich die Solothurner Filmtage dem experimentellen Bergfilm. "The Flasher from Grindelwald" von Martin Guggisberg (2000) beispielsweise dreht sich um einen Mann, der einen Mantel im Schnee findet, ihn anzieht und "wunderbare Verrücktheiten" erlebt.
Seraina Rohrer charakterisierte das diesjährige Programm mit folgendem Satz: "Kantige Dokumentarfilme über aktuelle Themen und Spielfilme mit starken Schauspielerinnen und Schauspielern verleihen dem Schweizer Film im Programm der 51. Solothurner Filmtage und der Schweiz ein Gesicht."
Mehr Geld für den Nachwuchs
Ein besonderes Augenmerk gilt laut der Festival-Direktorin einmal mehr der Förderung junger Filmemacher. So werden im "Upcoming Lab" erstmals Entwicklungsbeiträge für die Realisierung zweier Filmprojekte von je 5000 Franken vergeben. In der Rubrik "Best Swiss Video Clip", ebenfalls ein beliebter Tummelplatz für junge Filmschaffende, wird der Preis neu auf 2000 Franken verdoppelt.
Für die 51. Solothurner Filmtage steht ein Budget von 3'165'000 Franken zur Verfügung. Rund 31 Prozent stammen aus der öffentlichen Hand, 44 Prozent von Sponsoren, Stiftungen und Partnern. Die restlichen rund 798'000 Franken sind Eigenleistungen. (sda)

