17.01.2010

Hollywood

Blockbuster- und TV-Produktion schrumpft auf Rekordtief

Abwanderung in andere US-Regionen als Ursache.

Das Mekka der weltweiten Film-, TV- und Entertainment-Industrie, Hollywood, ist im vergangenen Jahr schwer in Schlagseite geraten. Nicht nur von der Wirtschaftskrise wurde der historische Status des Filmviertels in Los Angeles als Zentrum der Unterhaltungsbranche untergraben. Von dem Dreh- und Produktionsort für neue Blockbuster und TV-Sendungen wandten sich 2009 reihenweise Herstellerfirmen ab. Es macht den Anschein, als beginne der Einfluss Hollywoods in der Film- und Fernsehbranche zu bröckeln. Wie die Non-Profit-Organisation Film L.A. aufzeigt verzeichnete die branchenweite Film- und TV-Produktion 2009 den schwersten Einbruch seit zumindest 16 Jahren. Das rückläufige Produktionsniveau sei auf die reihenweise Abwanderung von Filmfirmen in andere US-Regionen zurückzuführen. Die Organisation fordert daher Anreize, damit Hollywood in Hollywood bleibt.

Schon vor dem massiven Sommerloch 2009 hatte der Abzug von Produzenten aus Hollywood eingesetzt. Im Juli reagierte Kalifornien in Form von Steuerbegünstigungen. Blockbuster mit einem Budget zwischen einer und 75 Mio. Dollar erhielten einen Nachlass von 20 Prozent. Fernsehserien, die ihre Produktion aus anderen Regionen nach Kalifornien verlagern, müssen seither sogar um 25 Prozent weniger Steuern zahlen. So wurde zuvor ein Grossteil der abwandernden Produktionen in US-Bundesstaaten verlegt, die ihrerseits mit Anreizen und Steuerbegünstigungen lockten. Gegen Jahresende zeigte die Initiative Wirkung. Im Schlussquartal 2009 stieg das Produktionsniveau im Vergleich zu den ersten neun Monaten um 14 Prozent. Für die Hollywood-Flüchtlinge dürften somit hauptsächlich finanzielle Gründe ausschlaggebend gewesen sein. (pte)


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