Der Bollywood-Boom in der Schweiz ist vorbei, wie die "Schweiz am Sonntag" berichtet. "Die Drehs von romantischen Bollywood-Produktionen in der Schweizer Bergidylle sind in den letzten Jahren zurückgegangen", sagt Urs Eberhard, Vize-Direktor von Schweiz Tourismus.
Branchenkenner schätzen, dass in den 90er-Jahren bis zu 50 Bollywood-Filme pro Jahr in den Schweizer Bergen gedreht wurden. Sie weckten die Reiselust beim Publikum. Besuchten 2003 erst 196'000 ausgabefreudige Inder die Schweiz, waren es im letzten Jahr rund 470'000. Viele von ihnen pilgern zu den Drehorten ihrer Lieblingsfilme.
"Die Lücke haben vor allem arabische und asiatische Seifenopern gefüllt", sagt Eberhard in der "Schweiz am Sonntag". Im Mai und Juni drehte beispielsweise der saudi-arabische Sender Rotana TV in der Vier-Waldstätter-Region die Serie "Jorthan al Sahraa". Zuvor drehte der thailändische Channel 3 Szenen seiner Seifenoper "Forget me not" in Zürich und Luzern, sowie auf der Rigi und dem Titlis.
Und letztes Jahr produzierte ein chinesisches Team die Reality-TV-Show "Grandpas over Flowers" in Basel, Bern, Zermatt und Luzern. Wie bei den indischen Touristen korrelieren die Filmproduktionen mit der Reisetätigkeit: Die Anzahl chinesischer Touristen stieg in den letzten zehn Jahren von 155'000 auf rund eine Million, jener von Touristen aus den Golf-Staaten von 148'000 auf 623'000. (SaS)

