08.04.2014

Schweizer Grand Prix Design 2014

Bundesamt für Kultur gibt Gewinner bekannt

Erich Biehle, Alfredo Häberli und Wolfgang Weingart ausgezeichnet.

Seit 2008 hebt der "Schweizer Grand Prix Design", dotiert mit jeweils 40'000 Schweizer Franken, das Werk von namhaften Designern hervor. Das Bundesamt für Kultur zeichnet mit dem diesjährigen "Schweizer Grand Prix Design 2014" drei eigenwillige gestalterische Haltungen Schweizer Designs aus: den Textildesigner Erich Biehle, den Industriedesigner Alfredo Häberli und den Typographen Wolfgang Weingart.

Die Eidgenössische Designkommission würdigt in ihrer Wahl die Komplexität und Vielfalt der Formensprache der Preisträger – ob im spielerischen Trialog von Form, Material und Produktionsverfahren im Fall Häberlis, im experimentellen Revolutionscharakter Weingarts, der oft als "enfant terrible" der Schweizer Typographie gehandelt wurde, oder in der sich konstant neu erfindenden textilen Vorstellungskraft Biehles. Die drei international renommierten Gestalter, deren Werk vielfach ausgestellt, publiziert und gewürdigt wurde, hinterfragen, strapazieren und interpretieren Designgeschichte auf nachhaltige Weise und setzen entscheidende Impulse im Designschaffen in der Schweiz, heisst es in der Mitteilung.

Die Preisverleihung findet am Dienstag, 17. Juni 2014 anlässlich der Ausstellung der "Swiss Design Awards" an der Kunstmesse Art Basel statt.

Die Preisträger 
Erich Biehle (vgl. Bild unten) studierte von 1958 bis 1962 an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) in der Klasse von Johannes Itten, bevor er seine Karriere in der Zürcher Seidenfirma Abraham beginnt. Dort entwirft er Haute Couture für international renommierte Häuser wie Givenchy, Yves Saint Laurent, Chanel, Dior und Ungaro. 1976 wechselt er zu Givenchy und übernimmt an der Seite von Hubert de Givenchy Konzept, Design und internationale Lizenzierung der Kollektionen.

Biehle lebt heute in den USA, lehrt weltweit an verschiedenen Hochschulen und ist Berater für international renommierte Modelabels.



Alfredo Häberli (vgl. Bild oben) kommt mit 13 Jahren mit seiner Familie aus Buenos Aires in die Schweiz, studiert Industriedesign an der Zürcher Hochschule der Gestaltung und organisiert bereits als Student verschiedene Ausstellungen am Museum für Gestaltung Zürich. 1993 gründet er sein eigenes Designstudio in Zürich und beginnt für renommierte internationale Hersteller wie Alias, BD Barcelona, Camper, Georg Jensen, Iittala, Kvadrat, Luceplan, Moroso, Schiffini und Vitra zu arbeiten.

Heute gehört er mit seinen Ausstellungskonzeptionen, Architekturprojekten und Entwürfen für Industrie- und Möbeldesign zu den gefragtesten Designern weltweit.

Wolfgang Weingart (vgl. Bild oben) besucht von 1958 bis 1960 die Merz-Akademie in Stuttgart, lernt dort das Schriftsetzen, den Linol- und Holzschnitt. 1964 kommt er an die Kunstgewerbeschule Basel zu Emil Ruder und Armin Hofmann. Von 1968 bis 1999 lehrt er dort selbst Typografie und unterrichtet bis 2004 an der HGK Basel. Parallel folgt er Lehraufträgen nach Brissago für das Yale Summer Program in Graphic Design. In den 1970er-Jahren beginnt er, Rasterfilme in Collagen umzusetzen und nimmt damit das digitale Sampling des postmodernen New Wave vorweg. Von 1978 bis 1999 ist er Mitglied der AGI (Alliance Graphique Internationale).

Für sein Lebenswerk wurde Weingart bereits mehrfach international ausgezeichnet. Das Museum für Gestaltung widmet im kommenden Mai dem Werk und der Lehre Weingarts die erste umfassende Ausstellung in der Schweiz. (pd)

Bilder: BAK/Linus Bill


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