07.09.2015

Jugendmedienschutz

Bundesrat überprüft Regulierung

Alain Berset will Jugendliche auf neue Kommunikationstechnologien vorbereiten.

98 Prozent der Schweizer Jugendlichen besitzen ein Handy, fast alle ein Smartphone. 76 Prozent haben einen eigenen Computer. Dies birgt nach Ansicht des Bundes Chancen und Gefahren. Deshalb will er im Jugendschutz erzieherische und regulierende Massnahmen miteinander verknüpfen.

Das 3. Nationale Fachforum Jugendmedienschutz in Bern bot 350 Fachleuten Gelegenheit, diese Herausforderungen zu beleuchten und zu diskutieren. Eröffnet hat es am Montag Bundesrat Alain Berset.

Zu den Gefahren, die im Internet lauern, zählen Fachleute den Zugriff auf ungeeignete Inhalte wie Gewalt oder Pornografie, Cybermobbing oder sexuellen Missbrauch. Allerdings böten die neuen Medien auch Chancen für den Lern- und Entwicklungsprozess, betonte Berset gemäss einer Mitteilung des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV).

Zum Jugendmedienschutz besteht mittlerweile beispielsweise eine nationale Anlaufstelle, wo Interessierte aktuelle Informationen und Hilfestellungen für den Erziehungsalltag finden.

Lücken oder Probleme bei der Umsetzung gibt es aus Sicht des Bundesrates allerdings bei der Regulierung. Bis heute gibt es beispielsweise schweizweit kein einheitliches Zutrittsalter für Kinofilme. Gemäss Mitteilung ist auch die Wirksamkeit von Jugendschutzfiltern im Internet unzulänglich. Und zu viele Jugendliche können sich Filme und Videospiele beschaffen, die für ihre Altersgruppe ungeeignet sind - gemäss Testkäufen fällt rund die Hälfte durchs Netz.

Der Bund wird nun prüfen, ob die Selbstregulierung der Medienbranche verschärft und auf Gesetzesebene ergänzt werden soll. (sda)

 

 


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen