17.08.2008

Filmfestival Locarno

Goldener Leopard für mexikanischen Film

Publikumspreis für Komödie "Son of Rambow".

Mit Enrique Riveros "Parque Viá" hat erstmals ein mexikanischer Film einen Goldenen Leoparden im internationalen Wettbewerb gewonnen. Der Waadtländer Fernand Melgar holte mit "La Forteresse" den Hauptpreis in der zweitwichtigsten Kategorie "Cinéastes du présent". Der Film zeigt den schwierigen Alltag im Empfangszentrum für Asylsuchende in Vallorbe VD.

Die Entscheidung für "Parque Viá" sei einstimmig gefallen, sagte eine Jurysprecherin am Samstag. Der mit 90'000 Franken prämierte Film erzählt die wahre Geschichte von einem Hauswart, der zehn Jahre lang eine leere Villa hütet. Als er sein Refugium räumen muss, fingiert er ein Verbrechen, um ins Gefängnis zu dürfen. Denn in der Welt draussen zu leben hat er verlernt.

Auch bezüglich des Spezialpreises war sich die Jury einig. Er ging an "33 Sceny z Zycia" (Polen), ein Film über eine Familie, deren Mitglieder durch die Krebserkrankung der Mutter völlig aus dem Lot geraten. Der Publikumspreis, mit dem ausschliesslich auf der Piazza gezeigte Filme geehrt werden, ging wie erwartet an Garth Jennings herzerwärmende Komödie "Son of Rambow".

Regen machte Veranstaltern Strich durch die Rechnung

Gesunken ist das Niveau in Locarno in den Kassen. Statt wie üblich zwei bis drei Regentage gab es heuer sechs, was die Verkäufe auf der Piazza empfindlich einbrechen liess: Nur 56'700 Piazza-Tickets konnten verkauft werden gegenüber 68 100 letztes Jahr.

In den Sälen stieg dafür die Zahl der Eintritte von 117'651 im letzten Jahr auf 123'308. Da diese Steigerung die Piazza-Verluste nicht ganz kompensieren konnte, sank die Zuschauerzahl leicht um 3 Prozent auf 180'008, wie das Festival bekannt gab. (sda)


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