Vergangenen Oktober forderte die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) bessere Massnahmen gegen Schwarzhandel mit Konzerttickets. Nun kontert der Veranstalterverband SMPA: Schalterverkauf lehnt er ab, stattdessen fordert er grössere Hallen.
Auslöser für das Einschreiten der SKS war der Vorverkauf für das AC/DC-Konzert vom 29. März 2009: Da ausnahmsweise nur per Telefon und Internet verkauft wurde, waren die Leitungen oft verstopft und nach 29 Minuten alle Karten weg. Kurze Zeit später tauchten Billets zu Wucherpreisen im Internet auf.
Die SKS forderte daraufhin, dass Tickets für Grosskonzerte immer auch am Schalter erhältlich sein sollten, eventuell sogar ausschliesslich. Der Branchenverband der Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter SMPA lehnt diese Massnahme ab, da dadurch Arbeitende und Bewohner ländlicher Gebiete benachteiligt würden.
Mehr Platz statt mehr Technik
Auch die SKS-Forderung nach personalisierten Tickets hält der SMPA für ungeeignet: Die technische Aufrüstung der Verkaufsstellen und Verschärfung der Eingangskontrollen wäre so aufwändig, dass die Ticketpreise steigen würden. Das könne ja kaum im Sinne des Konsumentenschutzes sein, teilte der SMPA am Donnerstag mit.
Eine taugliche Massnahme sähen die Veranstalter bei der Schaffung grösserer Hallen und Stadien. Das Grundproblem sei ja, dass bei besonders attraktiven Konzerten "die Nachfrage immer grösser ist als das Angebot". Der 1991 gegründete SMPA zählt 25 Mitglieder, die jährlich um die 1000 Veranstaltungen durchführen und Tickets im Wert von knapp 200 Millionen Franken umsetzen. (sda)

