20.01.2016

ORF

Journalist Alexander Giese gestorben

Er war der ehemalige Chef der Abteilung «Kultur, Wissenschaft und Volksbildung» im österreichischem ORF.
ORF: Journalist Alexander Giese gestorben

Der österreichische Fernsehjournalist, Schriftsteller und Lyriker Alexander Giese ist tot. Der frühere Präsident des österreichischen PEN-Clubs verstarb am Dienstagnachmittag 94-jährig in Wien, wie seine Familie der Nachrichtenagentur APA am Dienstagabend mitteilte. Als Chef der Hauptabteilung Kultur, Wissenschaft und Volksbildung prägte Giese das heimische öffentlich-rechtliche Fernsehen ORF. Der promovierte Historiker war aber auch Autor einer Reihe historischer Romane, in denen er sich vor allem mit Frage beschäftigte, ob Humanismus und Toleranz in einer «Welt, die in zunehmendem Mass von Terror, Verbrechen und Intoleranz beherrscht wird» noch eine Chance hat.

Die Verbindung zur Literatur äusserte sich bei Giese in vielfältiger Weise. 1967 wurde er in den österreichischen PEN-Club aufgenommen, dem er von 1990 bis 1998 als Präsident vorstand. In dieser Zeit setzte er sich vehement für die Stärkung von Schriftstellerinnen und Journalistinnen in bedrohten Gebieten ein, auch die «Writers in prison» waren ein wesentliches Anliegen des Journalisten. 1962 erschien erstmals auch Lyrik von ihm, zudem verfasste Giese zahlreiche Rundfunk- und Fernsehsendungen, Hörspiele und Filme und machte sich einen Namen als Herausgeber (Gedichte und Prosa von Friedrich Hebbel) und Übersetzer (Shakespeare-Sonette und italienische Hörspiele). Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1983 stand er der Wissenschafts- und Bildungsabteilung des ORF-Fernsehen vor, wo er einerseits die Kulturberichterstattung forcierte und andererseits Neuerungen wie das «Nachtstudio» einführte.

Giese ist Träger zahlreicher Preise und Auszeichnungen, u.a. des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1954), der Ehrenmedaille und des Ehrenzeichens der Stadt Wien (1981), des Offizierskreuzes der Republik Polen (1999) und des Ehrenzeichens des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen (2000). (sda)


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