09.02.2010

USA

Kein Twitter für Geschworene

Bundesgerichtsbehörde will unerlaubten Informationsfluss stoppen.

Die Judicial Conference des US-Bundesgerichtshofs fordert ein Twitter-Verbot für Geschworene. Richter sollen demnach Geschworene deutlich darauf hinweisen, dass laufende Prozesse, in die sie involviert sind, nicht im Internet bzw. im mobilen Web diskutiert werden dürfen. Im Grunde ist es eine Standart-Anweisung an die Jurys vor Gericht, dass keine Informationen nach aussen weitergegeben werden dürfen, bevor ein Urteil gefällt wurde.

Allerdings häuften sich in den USA in den vergangenen Monaten Fälle, in denen Geschworene mobile Geräte nutzten, um eigentlich vertrauliche Informationen zu laufenden Prozessen über Twitter, Facebook und Co zu verbreiten.

In einem Entwurf stellt die Judicial Conference klare Vorgaben auf und listet sämtliche Plattformen und Kommunikationskanäle, die nicht benutzt werden sollen. Darunter finden sich Geräte wie Handy oder Blackberry sowie E-Mail und SMS und Plattformen wie Twitter, Facebook oder YouTube.

In einem Memo von 28. Januar richtete sich Julie Robinson, Richterin aus Kansas und Vorsitzende der Judicial Conference, bundesweit an alle US-Richter. Die neuen Anweisungen erfolgten in Hinblick auf vermehrte Vorfälle, bei denen Geschworene Geräte wie Handys oder Computer dazu einsetzten, Nachforschungen anzustellen oder im Netz über Verfahren mit anderen zu kommunizieren. Robinson ist der Ansicht, dass die neuen, eindeutigeren Anweisungen dabei helfen werden, dass die Jury-Mitglieder die Absicht und den Sinn dahinter verstehen. (pte)


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