Seine Forschungen zur Spieltheorie brachten John Nash den Nobelpreis ein, der Hollywood-Film "A Beautiful Mind" machten ihn und seinen Kampf mit einer psychischen Erkrankung einem breiten Publikum bekannt - nun ist der US-Mathematiker John Forbes Nash im Alter von 86 Jahren bei einem Autounfall gestorben.
Mit ihm starb seine Frau Alicia, als der Fahrer ihres Taxis am Wochenende im US-Bundesstaat New Jersey die Kontrolle über den Wagen verlor. US-Medien berichteten, Nash und seine Frau seien zum Zeitpunkt des Unfalls womöglich nicht angeschnallt gewesen.
Forschungen zur Spieltheorie
Nash forschte an der Princeton University und am Massachusetts Institute of Technology (MIT). 1994 wurde er für seine Forschungen zur Spieltheorie zusammen mit dem US-Ökonom John Harsanyi und dem deutschen Reinhard Selten mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet.
Zuvor hatte er drei Jahrzehnte lang unter schwerer Schizophrenie gelitten. Die 1959 ausgebrochene Krankheit hatte nicht nur seine Wissenschaftskarriere gefährdet, sondern auch seine Beziehung zu der MIT-Physikerin Alicia, die er 1957 geheiratet hatte und mit der er nach einem ersten Sohn mit einer anderen Frau einen weiteren Sohn bekam.
Das Paar liess sich Anfang der 60er Jahre scheiden, erst 2001 heirateten die beiden erneut. In einer Schilderung seines Lebens schrieb Nash einmal: "Es kam vor, wenn ich lang genug im Spital gewesen war dass ich letztlich meine wahnhaften Gedanken aufgab und dazu überging, mich mir als ein konventionelleres menschliches Wesen vorzustellen und zur mathematischen Forschung zurückzukehren."
In "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" spielte Russel Crowe den genialen Mathematiker. Über den Tod von Nash äusserte sich Crowe "fassungslos". John und Alicia Nahs hätten eine "erstaunliche Partnerschaft" geführt, schrieb der Hollywood-Star im Kurznachrichtendienst Twitter.
Der Regisseur Ron Howard, der für die "A Beautiful Mind" 2002 den Oscar gewonnen hatte, erklärte via Twitter, es sei eine "Ehre" gewesen, einen Teil der Geschichte des Paars zu erzählen. Das Drama war mit insgesamt vier Oscars ausgezeichnet worden, unter anderem als bester Film.
Der Präsident der Elite-Uni Princeton, Christopher Eisgruber, würdigte Nashs "bemerkenswerte Leistungen", die "Generationen von Mathematikern, Ökonomen und Wissenschaftlern inspiriert habe".
Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis dankte Nash via Twitter für seine Werke. "Sie zu treffen und mit ihnen Zeit zu verbringen, war eine unverdiente Dreingabe", schrieb der Wirtschaftswissenschaftler.
Zuerst Chemie, dann Mathematik
Erst kürzlich war Nash in Norwegen zusammen mit seinem Kollegen Louis Nirenberg der renommierte Abel-Preis verliehen worden. Der Sohn eines Ingenieurs hatte zunächst Chemie studiert und sich dann der Mathematik zugewendet.
Nashs 1950 veröffentlichte nicht-kooperative Spieltheorie besagt, dass es immer ein Gleichgewicht zwischen den Akteuren in Entscheidungssituationen gibt, weil niemand allein seine Strategie verändern kann, ohne seinen Ertrag zu mindern ("Nash-Gleichgewicht"). (sda)

