03.03.2026

Nahost

«Menschen gerieten daraufhin in Panik»

Raketen und Drohnen über Dubai: Kommunikationsfachmann Hans-Peter Nehmer, CCO der Allianz Suisse, befindet sich mitten im Geschehen und schildert, wie die Stadt die iranischen Angriffe erlebt – und warum er trotzdem ruhig bleibt.
Nahost: «Menschen gerieten daraufhin in Panik»
Kommunikationsfachmann Hans-Peter Nehmer in Dubai. (Bild: zVg/privat)

Herr Nehmer, Sie befinden sich momentan in Dubai. Was haben Sie von den iranischen Attacken mitbekommen?
Am letzten Samstagnachmittag, am Abend und in der Nacht waren laute und unangenehme Geräusche von Reketen- und Drohnenabwehraktionen zu hören, was natürlich aufmerksam machte. Zudem hat man den Einschlag einer Drohne im Fairmont Hotel auf der Palme mitbekommen. Die Rauchsäulen waren kilometerweit zu sehen. Menschen gerieten daraufhin etwas in Panik. Im Alltag selbst blieb die Situation ruhig und geordnet. Die Läden sowie Restaurants sind alle geöffnet. Es hat verhältnismässig wenig Autos auf den Strassen, weil die Behörden angeraten haben von zu Hause zu arbeiten. Die Schulen sind zwei Tage geschlossen.

Ist es gefährlich? Hatten Sie Angst?
Es ist ein unangenehmes Gefühl, wenn man solche unbekannten Geräusche hört. Man ist kurz alarmiert – das ist menschlich. Gleichzeitig hatte ich jederzeit den Eindruck, dass die Lage unter Kontrolle ist und die Sicherheitsmechanismen hier sehr professionell greifen.

Wie reagieren die Menschen auf die Raketeneinschläge?
Es waren vor allem die Abwehrreaktionen zu hören. Heute Morgen gab es gleich drei sehr laute Detonationen hintereinander, in der Gegend wo ich mich aktuell befinde. Es war danach ganz still, Menschen rannten in ihre Häuser zurück und man hörte Kinder schreien, weil sie sich erschreckten. Danach nahm das Alltagsleben wieder seinen geordneten Gang.

Sie waren früher Kommunikationschef von Hotelplan. Was heisst das für die Reisebranche?
Solche Bilder und Berichte verunsichern verständlicherweise. Die Reiseveranstalter und Reisebüros werden, wie immer in solchen aussergewöhnlichen Ereignissen mit vielen Anfragen konfrontiert. Für die Reisebranche ist entscheidend, transparent zu kommunizieren und für ihre Kundenschaft erreichbar zu sein.

Mit welchem Ereignis in der Vergangenheit ist dies vergleichbar?
Mit früheren regionalen Eskalationen im Nahen Osten.

Sie haben Peter Brun besucht, der bei Kuoni arbeitete. Hilft das, wenn man vor Ort jemand kennt?
Ja das hilft sehr. Peter und ich kennen uns schon seit mehr als 30 Jahren und sind gut befreundet. Er lebt nun seit fast 10 Jahren hier in Dubai und wir besuchen uns gegenseitig regelmässig. Mir hat der Austausch enorm geholfen, die Situation realistisch einzuordnen und nicht nur durch die internationale Berichterstattung zu betrachten.

Wann kehren Sie zurück – und vor allem wie?
Ich fliege am Freitag regulär zurück, wenn der Flugverkehr bis dann wieder normal und ohne Einschränkungen durchgeführt werden kann.


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