Der Wirbel um das "Täschligate" flaut in den Medien langsam ab und auch von Seiten der kreativen Werbeköpfe ist kein neuer Wurf entstanden. Der "Blick" traf die Urheberin des Brimboriums jedoch am Montag zum Interview. Darin erklärte Oprah Winfrey den Vorfall nochmals und sprach ihr Bedauern darüber aus, dass die Angelegenheit zu einer "Nationalaffäre in der Schweiz wurde". Dies hätte sie nicht beabsichtigt. Dass Zürich im Fokus der medialen Aufmerksamkeit gezogen wurde, war laut Winfrey eher ein "Zufall", denn auf die Frage in der US-Fernsehshow "Entertainment Tonight", ob sie persönlich bereits mit Rassismus konfrontiert worden sie, schilderte sie das soeben Erlebte in Zürich. "Ich habe dann das Beispiel Zürich genannt, weil es gerade passiert war", sagt sie gegenüber dem Ringier-Blatt. "Ich wollte damit nicht die Schweiz anklagen", betont die Talkmasterin weiter.
Dem Laden von Trudie Götz wirft sie jedoch weiterhin Rassismus vor: Sie habe sich absichtlich schick gekleidet und zurechtgemacht, damit man sie nicht aus dem Shop werfe und sie "nicht für irgendeine Obdachlose halten, die sich in ihrem Laden verirrt hat." Die Verkäuferin sei wohl zu faul gewesen, ihr die Tasche vom hohen Regal zu holen und habe ihr deswegen trotz wiederholtem Insistieren andere billigere Modelle vorgeführt.
Zum hohen Preis, der dank den zahlreichen Medienberichten wohl mindestens so bekannt ist, wie das "Täschligate" an sich, meinte die Amerikanerin, dass sie diesen erst gerade erfahren hätte. Hier gibt sie der Verkäuferin recht: Die Tasche sei tatsächlich "viel zu teuer".
Nachdem sie das gewünschte Objekt nicht aus der Nähe zu sehen bekam, habe sie den Laden verlassen, denn sie wollte "keine Szene machen". Es ärgere sie jetzt, dass der Vorfall zu einer derartig grossen Story verkommen sei – immerhin habe sie ansonsten eine "grossartige Zeit in der Schweiz" gehabt. (lf)

