Für ein werbefreies Bern haben Initiantinnen und Initianten aus linken und konsumkritischen Kreisen nach eigenen Angaben 6300 Unterschriften gesammelt.
Diese haben sie der Stadtkanzlei eingereicht, wie das Initiativkomitee am Dienstag mitteilte. Für das Zustandekommen einer Initiative braucht es in der Stadt Bern 5000 Unterschriften.
Nun werden die Unterschriften auf ihre Gültigkeit geprüft. Kommt die Initiative zustande, können die Stimmberechtigten an der Urne entscheiden.
Laut Initiative soll in der Gemeindeordnung festgeschrieben werden, dass Plakatwerbung und kommerzielle Bildschirme ohne örtlichen Bezug nicht mehr bewilligt werden. Nicht betroffen seien Kulturplakate, Anschlagstellen für die Allgemeinheit sowie lokale Hinweise, teilten die Initianten mit.
Ziel sei es, den kommerziellen Einfluss im öffentlichen Raum zu reduzieren, schrieben AL Bern, PdA Bern, Juso Stadt Bern, Grün Alternative Partei, Tier im Fokus (TIF) und Transition Bern.
Der öffentliche Raum gehöre allen, schreiben die Initianten in ihrer Mitteilung und werfen die Frage auf: «Warum also zum Nutzen Weniger den Raum mit Reklame vollstellen und Dinge anpreisen, die wir scheinbar noch nicht genug konsumieren?» Dabei sei die Gesellschaft bereits in allen möglichen Bereichen auf Konsum getrimmt.
Kehrtwende im Parlament
Zwar hatte die linke Stadtratsmehrheit 2024 einen Vorstoss für ein Werbeverbot überwiesen. Doch bei der Beratung des Budgets 2026 machte der Stadtrat eine Kehrtwende.
Würde Werbung im Aussenraum in Bern verboten, entgingen der Stadt jährlich rund fünf Millionen Franken. Angesichts der finanziellen Lage könne sich die Stadt einen solchen Verzicht nicht leisten, so der Tenor. Der Stadtrat schrieb den Vorstoss im vergangenen Mai ab. (sda/nil)

