14.12.2017

53. Solothurner Filmtage

Programm der Schweizer Film-Werkschau bekannt

Unter anderem werden Filme über einen schwulen Fussballer und die Veränderungen in der Medienbranche gezeigt.
53. Solothurner Filmtage: Programm der Schweizer Film-Werkschau bekannt
Einer der Spielorte der Filmtage: Die Solothurner Reithalle. (Bild: zVg.)

Mit 159 langen und kurzen Filmen fällt die Werkschau des Schweizer Films im kommenden Jahr (25. Januar bis 1. Februar) etwas dünner aus als in früheren Jahren. Auffallend viele Werke überzeugten «formal und inhaltlich durch Originalität», sagte Festival-Direktorin Seraina Rohrer vor den Medien in Zürich.

Die Filmemacher richteten dabei ihren Blick oft dorthin, wo andere wegblicken. Ein Beispiel hierfür ist der Eröffnungsfilm von Fernand Melgar: Sein Dokumentarfilm «À l'école des Philosophes» zeigt den schwierigen Alltag in einer Tagesschule für Kinder mit Behinderungen.

Melgar, der sich mit Dokfilmen wie «Vol spécial» oder «L'abri» einen Namen machte, ist damit nach fast einem Jahrzehnt der erste Westschweizer, dem die Ehre des Eröffnungsfilms zuteilwird. Dass zuletzt ein Dokfilm den cineastischen Auftakt in die Filmtage machte, ist gar 14 Jahre her. Eröffnet werden die 53. Filmtage von Bundespräsident Alain Berset.

Tabuthema schwuler Fussballer

Melgars «À l'école des Philosophes» gehört zu den neun Filmen, die für den mit 60'000 Franken dotierten «Prix de Soleure» nominiert sind. Ebenso «Mario»: Der neue Spielfilm von Marcel Gisler («Electroboy») handelt von einem schwulen Fussballer (Max Hubacher). «Mario» erhält dank des kürzlichen Outings des Schweizer Profi-Schiedsrichters Pascal Erlachner ungeahnte Aktualität, denn Homosexualität ist in der Fussballbranche noch heute nahezu ein Tabuthema.

Was es braucht, um diese Anforderungen zu erfüllen, zeigen die Filmtage anhand gelungener Beispiele, aber auch in Form von Gesprächen mit Drehbuchautoren. Eingeladen wurde beispielsweise der Romancier Martin Suter, der auch Drehbücher verfasst.

Die 53. Filmtage stehen erstmals unter der Ägide von Präsident und Ex-FDP-Ständerat Felix Gutzwiller. Dieser nutzte die Medienkonferenz in Zürich zu einem politischen Aufruf: Er äusserte seine Bedenken zur No-Billag-Initiative: «Die Annahme würde einen schwarzen Tag für den Schweizer Film bedeuten.» Die Filmtage arbeiten eng mit der SRG zusammen, die ihrerseits zahlreiche Schweizer Filme produziert oder subventioniert. (sda/maw)


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