31.03.2010

EMI

Rechtevermietung gerät ins Stocken

Musiklabel läuft die Zeit davon.

Das Majorlabel EMI gerät mit seinen Rechte-Vermietungsplänen ins Stocken. Wie das Wall Street Journal berichtet, läuft EMI bei dem Versuch, Geld mit der Lizenzvergabe an Wettbewerber zu verdienen, langsam die Zeit davon. Dem Musikriesen droht die Insolvenz, doch bisher sind Verhandlungen über die zeitlich begrenzte Rechtevergabe für den Nordamerika-Katalog offenbar gescheitert.

Zwei Interessenten sind laut WSJ bereits ausgestiegen und auch die "letzte Hoffnung" Sony Music scheint sich zurückziehen zu wollen. EMI wollte aus Geldnöten einen der grossen Wettbewerber dazu bewegen, seinen Nordamerika-Musikkatalog für 5 Jahre um rund 400 Millionen Pfund zu "mieten". Sollte ein solcher Vertrag doch noch zustande kommen, so will das britische Label voraussichtlich die meisten seiner US-Aktivitäten aufgeben.

Für Mittwoch ist bei EMI laut Insiderinformationen eine Überprüfung der Kreditklauseln eines Darlehens anberaumt. Daher bräuchte das Unternehmen eigentlich dringend den Vertragsabschluss mit einem der potenziellen Partner. Denn eine Vorauszahlung könnte EMI helfen, durch die Prüfung zu kommen. Mit Sonys Abkehr scheint sich diese Möglichkeit jedoch in Luft aufzulösen.

Geht tatsächlich alles schief, so könnte das Majorlabel bereits Mitte Juni in den Besitz des Gläubigers Citigroup übergehen. EMI besitzt derzeit die Musikrechte an Künstlern wie den Beatles, Pink Floyd, Blondie oder Norah Jones. (pte)


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