05.06.2014

Kunsthaus Zürich

Retrospektive zu Cindy Sherman

Im Mittelpunkt von "Untitled Horrors" steht das Bedrohliche und Groteske.

Vom 6. Juni bis 14. September 2014 findet im Kunsthaus Zürich die grosse Retrospektive der amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman statt. Sherman zählt zu den wichtigsten Vertreterinnen der inszenierten Fotografie, heisst es in der Mitteilung. Sie thematisiert in ihrem Werk Fragen von Identität, (Geschlechter)-Rollen und Körperlichkeit und bedient sich dabei fast ausschliesslich ihrer eigenen Person. 

Cindy Sherman schuf ihre ersten Werke 1975. Diese Fotografien produzierte sie bei sich zu Hause mit Selbstauslöser und thematisierte damit bereits die für ihr Schaffen zentralen Themen von Identität und Rollenspiel. Neben einer Auswahl dieser frühen, bisher nur selten gezeigten Werke sind in der Ausstellung "Cindy Sherman – Untitled Horrors" auch neueste Arbeiten zu sehen. Manche von ihnen sind monumental und bedecken ganze Wände. Technisch und formal lehnt sich Sherman an Werbung, Kino oder klassische Malerei an.



Im Mittelpunkt des vom Kunsthaus gemeinsam mit der Künstlerin zusammengestellten Überblicks steht das Bedrohliche und Groteske. Die Retrospektive trägt den Untertitel "Untitled Horrors". Er verweist einerseits auf die inhaltliche Ausrichtung der Schau, spielt andererseits aber auch mit der Tatsache, dass Sherman ihre Fotos immer mit "Untitled" bezeichnet. Die Künstlerin lässt die Lesart der Bilder offen und lädt stattdessen die Betrachter ein, die in den Bildern angelegten Geschichten selber zu entwickeln und sich einen Titel auszudenken.

Alle Schlüsselwerke aus den verschiedenen Schaffensperioden von Sherman sind in der Ausstellung zu sehen: Ikonische Werke aus der Frühphase, wie die berühmte "Untitled Film Stills"-Serie, die an den italienischen Neorealismus sowie an den amerikanischen Film Noir erinnern, treffen beispielsweise auf spätere Fotografien der "Hollywood/Hampton Types" (2000-2002), oder die "Clowns" (2003-2004) auf die "Sex Pictures"-Serie (1992). Diese Gegenüberstellungen zeigen, wie die Künstlerin über viele Jahre hinweg grundlegende Fragen der menschlichen Existenz thematisiert und dabei formal immer wieder neue Wege beschreitet.

Die von Mirjam Varadinis kuratierte und in Kooperation mit dem Astrup Fearnley Museet, Oslo, und dem Moderna Museet, Stockholm entstandene Präsentation von 110 Werken folgt keiner linear-chronologischen Hängung, sondern eröffnet mit unerwarteten Kombinationen einen frischen Blick auf das Schaffen dieser bedeutenden Künstlerin der filmischen und fotografischen Selbsterforschung. (pd)

 


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