03.11.2014

Uganda

Sänger wegen erotischen Musikvideos verurteilt

Erstmalige Anwendung des neuen Anti-Pornografie-Gesetzes.

Der Auftritt einer Frau in Unterwäsche in einem Musikvideo hat in Uganda zur erstmaligen Anwendung des neuen Anti-Pornografie-Gesetzes geführt. Der Sänger Didi Muchwa Mugisha wurde zu einer Busse von umgerechnet 72 Franken verurteilt.

Zuvor hatte er sich zu dem Verstoss in seinem Musikvideo bekannt, wie örtliche Medien am Montag berichteten. Dem 28-Jährigen hätte ein Jahr Haft gedroht, wenn er die Summe nicht hätte aufbringen können, schrieb die Zeitung "Daily Monitor".

Mugisha entschuldigte sich dem Bericht zufolge und sagte, er habe das Gesetz nicht gekannt. Die Sängerin Jemimah Kansiime plädierte dagegen auf nicht schuldig, wie die Zeitung weiter berichtete. Sie muss demnach bis zu einer gerichtlichen Anhörung am 13. November in Haft bleiben.

Ugandas Staatschef Yoweri Museveni hatte das Gesetz gegen Pornografie und "provokante" Kleidung im Februar unterzeichnet. Seitdem verzeichneten Menschenrechtsaktivisten zunehmend Übergriffe gegen Frauen, die vermeintlich aufreizende Kleidung in der Öffentlichkeit trugen.

Das Gesetz verbietet recht ungenau "jedes Zeigen sexueller Körperteile einer Person zur sexuellen Erregung". Uganda stand auch wegen seiner - derzeit ausgesetzten - schwulenfeindlichen Gesetzgebung wiederholt in der Kritik. (sda)
 
 


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