18.05.2015

Expo Milano

Schweizer Nationentag mit Simonetta Sommaruga

Die Bundesrätin schlug kritische Töne an.

Die Schweiz hat am Expo-Nationentag die Welt an ihren Volkstraditionen teilhaben lassen.  Die schrillen Töne der Basler Fasnachtscliquen hallten unter den weiten Zelten der Expo-Hauptallee, Schweizerfahnen flogen durch die drückend warme lombardische Luft: 17 Tage nach Eröffnung der Weltausstellung stand die Expo ganz im Zeichen der Eidgenossenschaft.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga schlug bei ihrer Expo-Visite aber auch kritische Töne an: Sie forderte mehr Transparenz für den Rohstoffumschlagplatz Schweiz und geisselte den Eigennutz.

Sommaruga kam mit einer grossen Delegation nach Milano-Rho - am späten Nachmittag setzte sie ihre Reise nach Rom fort. Flüchtlings- und Europathemen standen auf der Agenda, die sie zu den Gesprächen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi mitbrachte.

Silotürme veranschaulichen Eigennutz

Der Schweizer Pavillon sei sehr konkret und zeige Widersprüche in der Schweiz auf, sagte Sommaruga nach einer ersten Besichtigung des Pavillons auf Anfrage. Das "Schweizer Haus" an der Expo ist flankiert von vier Silotürmen, die bei Eröffnung gut gefüllt waren. In ihnen befinden sich Apfelringe, Salz, Kaffee und Wasserbecher.

Bereits 17 Tage nach dem Expo-Start hätten Besucher in den zwei Silotürmen aber bereits ein Viertel aller Apfelringe und Wasserbecher mitgenommen, sagte Andrea Arcidiacono, Sprecher von Präsenz Schweiz. Die Silotürme im Pavillon sind so konstruiert, dass Nahrungsmittel für eine gewisse Zeit nicht verfügbar sind. Wenn sich ein Stockwerk in einem Turm leert, weil die Besucher alle Lebensmittel eingesteckt haben, muss gewartet werden, bis sich auch die Stockwerke in den anderen Türmen leeren, bevor neue Ressourcen freigegeben werden.

Bis dato seien 115'000 Menschen in den Schweizer Pavillon gekommen - darunter viele Schulklassen, sagte Arcidiacono. Im Vorfeld hatte Präsenz Schweiz jedoch mit 16'000 Besuchern pro Tag gerechnet. Auf die ersten 17 Expo-Tage hochgerechnet, entspricht dies einer Besucherzahl von 272'000. (sda)

 

 


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